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Kurz notiert: Bomben aus dem All

(August 2012) Miraculix aus dem Dorf der unbezwingbaren Gallier hatte nur eine Angst: „dass uns der Himmel auf den Kopf fällt.“ Nicht zu unrecht machte er sich seine Gedanken darüber, denn es gab einmal eine Zeit, als die Erde unter einem regelrechten Bombardement von Himmelskörpern stand.

Mit solchen Themen beschäftigt sich die Ausstellung „Meteoriteneinschlag“ im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg noch bis zum 16. September. Sie zeigt unter anderem die Himmelsbombe „Benthullen“ aus eigenen Beständen des Museums, mit gut 17 kg Gewicht der größte jemals in Deutschland niedergegangene Steinmeteorit.

Daneben ist auch „Gibeon“ zu sehen, ein Eisenkoloss mit fast einer halben Tonne Gewicht, ebenfalls in einem deutschen Museum zuhause.

Um es gleich zu sagen: Die unruhige Phase in der Erdgeschichte, von der wir gesprochen haben, war vor zirka 4 Milliarden Jahren. Damals sortierte sich unser Sonnensystem, und recht häufig schlug mal ein Himmelskörper bei einem anderen ein. Nach einer Theorie soll unser Mond entstanden sein, als ein fremder Besucher ein riesiges Stück aus der Erde herauskatapultierte, das aber in ihrem Schwerkraftfeld verblieb und eben zum Trabanten wurde.

Was der Erde heutzutage auf den Kopf fällt, stammt meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Dort ziehen Tausende von kleineren Himmelskörpern ihre Bahn. Nach einem Treffer machen sie sich entweder selbst oder Bruchstücke von ihnen sich auf neue Wege durchs All. Wird solch ein Reisender von der Erde eingefangen, dann heißt er nicht mehr Asteroid, sondern Meteorid. Man beachte die Schreibung mit „d“ am Ende. Wenn er dann nicht verglüht und die Erdoberfläche erreicht, bekommt er ein „t“ am Ende: Meteorit.

In Deutschland ist der größte Einschlagskrater das Nördlinger Ries mit 24 Kilometern Durchmesser an der breitesten Stelle. Als er vor rund 14,7 Millionen Jahren entstand, muss es gewesen sein, als ginge die Welt unter. Unter den Extrembedingungen wurden auch Tektite gebildet. Das sind natürliche Gläser.

Die aus dem Ries-Einschlag stammenden Tektite tragen die Bezeichnung Moldawit, dies nach der heutigen Tschechischen Republik, wo sie größtenteils niedergegangen sind.

Die Oldenburger Ausstellung zeigt auch, wie die Menschen sich mit Meteoriten und ihren Leuchterscheinungen auseinandergesetzt haben. Fotos und Filmsequenzen demonstrieren die Arbeit der Meteoritenforscher, und auch die Mythen um die geheimnisvollen Besucher aus dem All werden dargestellt.

„Meteoriteneinschlag“, Landesmuseum Natur und Mensch, Oldenburg, bis 16. September

 

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