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Design: Es werde Licht… beziehungsweise Strom

(August 2012) Wir hatten vor einer Weile darauf hingewiesen, dass sich die Steinindustrie künftig mit einem unschlagbaren Konkurrenten auseinandersetzen muss: Solarzellen werden, weil die Energiekosten weltweit steigen, in Zukunft die Steinplatten von den Fassaden verdrängen – es sei denn es gelingt, eine Art von „Wohngemeinschaft“ für beide Materialien an der Außenhaut von Gebäuden zu entwickeln.

Nun kommt aus Italien eine sehr originelle Lösung für das Problem. Denn dort hat eine Firma Solarzellen entwickelt, die das Aussehen von Stein oder auch anderen Materialien haben. Insofern könnte es künftig an jeder Energiefassade Flächen mit Naturstein und dazwischen Solarzellen geben.

Der Reihe nach. Die Firma Dyaqua Art Studio ist ein Familienbetrieb mit Sitz in Grumolo delle Abbadesse in der italienischen Provinz Vicenza. Sie hat sich seit Ihrer Gründung im Jahr 2000 mit neuen Materialideen beschäftigt, unter anderem mit einem leuchtenden Kunststein für den Einsatz in der Restaurierung.

Diese Leuchtenden Steine haben eine oberste Schicht, die einem Naturstein nachgebildet werden kann. Für das menschliche Auge scheint diese Schicht kompakt – in Wirklichkeit aber ist sie für Licht durchlässig, so dass die LED-Leuchten, die darunter liegen, nach außen strahlen können. Das Ganze ist auf einem festen Keramikträger aufgebracht.

„LED Aqua Light“ nannten die Erfinder, nämlich Vater, Sohn und Tochter der Quagliato-Familie, ihre Entwicklung aus dem Jahr 2008. Das Produkt ist inzwischen auf dem Markt und hat etwa an der Via Krupp auf Capri den Einsatz unter Realbedingungen bestanden. Dort sollten die Leuchten nach einer Modernisierung tagsüber partout nicht zu sehen sein. Das Wort Aqua im Produktnamen nimmt Bezug auf Wasser, das von jedem Behälter aufgenommen werden und dabei dessen Form annehmen kann.

„Der Schritt hin zu unserem Steinen mit Fotovoltaik war eigentlich nur noch ein kleiner“, schreibt uns Elisa Quagliato in einer Mail. Wenn nämlich Licht durch die oberste Schicht von innen nach außen hinausgelangen kann, dann kann es auch umgekehrt etwa als Sonnenlicht von außen nach innnen hineinkommen.

Nach einigem Herumexperimentieren und einigen technischen Modifikationen waren die ersten Prototypen fertig. „Als Dachziegel befinden sie sich schon in der Zertifizierung“, schreibt Elisa.

In ein paar Monaten könnten sie in die Produktion gehen. „Andere Prototypen werden im Jahr 2013 herauskommen.“ Die Technologie ist patentgeschützt. In Italien hat die Entwicklung zahlreiche Preise gewonnen.

Dyaqua

Fotos: Dyaqua