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Architektur: Ideen für Mauern, Fassaden und Böden (5)

(Oktober 2012) In Hamburg wird seit einigen Jahren ein neues Viertel gebaut, das ehemals Teil des Hafengeländes war und direkt an die City angrenzt. Vergleichbar ist das Projekt mit den Docklands in London. „Hafencity“ heißt es in Hamburg. Der niederländische Architekt Erick van Egeraat hat bei den Fassaden des Sumatrakontor genannten Blocks dort ein Spiel mit Bezügen zur Geschichte Hamburgs gespielt: an einigen Stellen wähnt sich der Passant am Fuß eines Ozeandampfers, und die rote Farbe der Fassade nimmt Bezug auf die nebenan gelegene Speicherstadt aus Backstein.

Senkrechte Streifen aus Naturstein und Aluminium beziehungsweise als Fenster bestimmen die Fassaden der vier miteinander verbundenen Blockteile. Im Erdgeschoss ist roter Sandstein das vorherrschende Material. Im Verlauf der 10 Geschosse wird Aluminium in verschiedenen Grautönen dominant.

Der Innenhof greift mit seinem weißen Putz das Bild vieler Fassaden in der Innenstadt auf. Holzlatten an einer Seite beleben das Bild.

Außergewöhnlich ist der Zugang zu diesem Innenhof: die Architekten haben dafür eine Gebäudeecke spektakulär aufgeschnitten. Dahinter befinden sich private Gärten der Bewohner, von außen durch die Glaswand sichtbar.

Untergebracht sind in dem Gebäudeblock exklusive Wohnungen, ein Fünf-Sterne-Hotel, Büros und Konferenzräume. Die Gesamtfläche beträgt 37.000 m².

Erick van Egeraat

Fotos: J Collingridge

„Innen schafft ein zweistöckiger Eingangsbereich nach der Art einer Kathedrale ein Raumgefühl, das mehr an eine Kunstgalerie als an die Lobby eines Bürohauses erinnert.“ So beschreiben die Architekten von Kohn Pedersen Fox Associates das Gebäude mit der Adresse 20 Gresham Street in der Londoner City.

Erreicht wird dieser Eindruck unter anderem durch eine Wandverkleidung aus Travertinplatten mit einer Dicke von 30 cm.

Diese Steinblöcke sind so gesägt, dass die Aderung des Steins durchgängig verläuft. Damit erscheint die Eingangshalle wie eine Felswand in der freien Natur, jedoch verpflanzt in die klimatisierte Welt der Großstadt. Vertiefungen im Stein wirken wie geheimnisvolle Augen, die den Besucher im Blick halten.

Die Außenfassade hingegen wird von Glas und Metall geprägt und erscheint mit ihrer runden Ecke weltoffen und beschwingt.

Die Eingangshalle war mit einem der britischen Natural Stone Awards des Jahres 2010 ausgezeichnet worden.

Kohn Pedersen Fox Associates

20 Gresham Street

Die Vorgabe der Kirchengemeinde von Kuokkala war eindeutig: Sie wollte „eine Kirche, die wie eine Kirche aussieht“. Gleichzeitig sollte das neue Gotteshaus aber auch Raum bieten für vielfältige Aktivitäten, angefangen von der Seelsorge bis hin zum Kindergarten. Kuokkala ist ein Bezirk von Jyväskylä, einer Stadt mit 130.000 Einwohnern in Finnland.

Was die Architekten des Büros Arkkitehdit Lassila Hirvilammi aus der Vorgabe gemacht haben, ist von außen eine mächtige Arche.

Aus bestimmten Perspektiven wirkt der Turm wie ein Wink zum Eintreten.

Die Gestaltung verspricht Schutz vor dem rauen Klima drumherum: Mit schwarzem Schiefer aus Spanien sind die Dächer und Außenwände verkleidet. Unter dem Schnee auf unseren Fotos liegt heimischer Granit.

Drinnen ist die Atmosphäre warm und heimelig. Das liegt an den Hölzern, die zur Verwendung kamen.

Besonders markant ist das Gewölbe über der Haupthalle, das an gotische Kathedralen erinnert. Die Räume für die Gemeindearbeit liegen auf 3 Etagen und können im Erdgeschoss zur zentralen Halle hin geöffnet werden. Die Steinarbeiten führte die Firma Stonecon aus.

Arkkitehdit Lassila Hirvilammi

Stonecon

Fotos: Arkkitehdit Lassila Hirvilammi