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Märkte: der weltweite Verbrauch an Naturstein steigt weiter

(Dezember 2012) Der weltweite Verbrauch an Stein steigt weiterhin, die Konzentration auf einige große Produzentenländer wird ebenfalls stärker und die großen Firmen in den Ländern der Euro-Krise haben die Probleme zuhause durch den Export gut gemeistert. Das sind die zentralen Aussagen im aktuellen Statistik-Jahrbuch „XXIII Report Marble and Stones in the World“, in dem Dr. Carlo Montani die weltweite Steinbranche im Jahr 2011 von der Zahlenseite her beleuchtet. Erschienen ist das Buch auf Italienisch und Englisch im Aldus Verlag, Carrara.

Rund 1,265 Milliarden m² Naturstein wurden im Jahr 2011 weltweit verbaut oder sonstwie verwendet. Dieser rechnerische Quadratmeter-Wert bezieht sich auf Platten mit einer Stärke von 2 cm. Gegenüber dem Vorjahr brachte 2011 einen Anstieg um gut 3,9%.

Zum Vergleich: 2001 hatte der Verbrauch weltweit noch bei 709,5 Millionen m² gelegen.

Um diese Größenordnung aber auch realistisch zu bewerten, nennt Montani wie üblich auch die Umsätze der Keramikindustrie: Sie verkaufte 2011 weltweit Waren mit rechnerisch 8,75 Milliarden m². Das ist knapp 7-mal so viel.

Die Liste der größten Naturstein-Verbraucher führt China mit einem Anteil von 24,2% an. Es folgen mit deutlichem Abstand Indien (7,5%), die USA (5,6%), Italien (4,5%), Südkorea (4,2%, Brasilien (3,9%) und Deutschland (2,9%).

Zu berücksichtigen ist hierbei aber auch die Größe der jeweiligen Bevölkerungen: Beim Verbrauch pro Kopf liegt wiederum Belgien an der 1. Stelle, gefolgt von der Schweiz, Taiwan, Südkorea, Italien und Portugal.

Wachstumsmöglichkeiten im Verbrauch sieht Montani folglich vor allem in den ehemaligen Schwellenländern mit hoher Bevölkerungszahl und mit neuen Mittelschichten. „Der Markt ist noch keineswegs gesättigt“, fasst er die Situation weltweit zusammen.

Viele dieser Schwellenländer sind schon heute die großen Player bei der Gewinnung von Rohmaterial in den Brüchen: China allein produziert 31%, es folgen mit deutlichem Abstand Indien (12,1%), Türkei (9,1%), Iran (7,3%), Italien (6,5%), Brasilien (6,3%) und Spanien (4,7%).

Insgesamt machen diese 7 Länder 77% der Weltproduktion aus. Die Bedeutung der Europäer ist hier nur noch gering.

Ähnlich sehen Montanis Tabellen im Bezug auf Export und Import aus. Wir wollen uns auf Chinas Exporte beschränken: Mit 27,3% der weltweiten Stein-Ausfuhren war es 2011 mit Abstand führend. In Südkorea und Japan hat es als Lieferant eine Monopolstellung inne, stark ist es auch in den USA und in der EU.

Was die USA als Absatzmarkt angeht, konnte Brasilien mit 565 Millionen US-$ den 1. Platz erreichen. Es lieferte vor allem Küchenarbeitsplatten. China lag mit 411 Millionen US-$ auf Platz 2, gefolgt von Italien (321 Millionen US-$), Türkei (304 Millionen US-$) und Indien (248 Millionen US-$).

In seiner Analyse einzelner Länder stellt Montani fest, dass die großen Firmen in Griechenland, Spanien und Portugal erfolgreich den Niedergang der Nachfrage daheim kompensiert haben: Sie konnten deutliche Steigerungen beim Export erzielen. Allerdings handelte es sich dabei größtenteils um Lieferungen von Rohblocks. Diese gingen meist nach China.

Im Bereich der Maschinen für Steinbrüche und die Verarbeitung ist Italien nach wie vor weltweit führend.

Montani weist noch auf ein anderes Phänomen hin, dass nämlich der globale Steinmarkt ein riesiger Verschiebebahnhof ist: knapp 60% der gesamten Steinmenge wird woanders verbraucht als produziert. Heißt auch: wenn die Transportkosten signifikant steigen, wird die Branche wieder einmal von Grund auf umgekrempelt. Unternehmer sind also gut beraten, neben dem Export auch die heimischen Märkte zu pflegen.

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Eine Analyse der Studie aus brasilianischer Sicht hat der Berater Cid Chiodi für den Verband Abirochas erstellt (portugiesisch).