Design: Lampenfuß vom Feld

(Februar 2013) In Sachen Produktdesign mit Naturstein schreiben wir immer, dass es nicht ausreicht, einfach nur ein anders Material durch Stein zu ersetzen. Unsere These ist vielmehr, dass der Stein etwas zur Funktion des Produkts betragen muss. Zum Beispiel: wenn bei dem Produkt das Gewicht eine Rolle spielt, kann man Stein sehr gut verwenden, weil er schwer ist.

Die Designer des Londoner Studio Tord Boontje haben Stehlampen entwickelt, bei denen Stein für den Fuß zum Einsatz kommt.

Überraschend ist dabei die Lösung für das Wie und Woher des Gewichts: der Lampenfuß ist ein Drahtkorb, in den ein paar Steinbrocken hineingelegt sind. Woher die stammen? Vielleicht vom letzten Spaziergang über Wiese und Feld, wer weiß.

Das macht den Lampenfuß als solchen nicht nur billig. Es hält auch die Kosten für den Transport in Grenzen: die Designer-Lampen werden nämlich auch im Online-Shop vertrieben, und es würde einem Käufer wohl wenig Freude bereiten, wenn er hohe Transportkosten für ein paar wertlose Brocken zu bezahlen hätte.

In einer Pressemitteilung deuten die Designer die Frage an, ob nicht ohnehin viel zu viel Tonnage unnötig rund um den Globus transportiert wird. Das ist ein spannendes Thema auch für die Steinbranche.

Zwei weitere Lampentypen umfasst die Kollektion mit dem Namen „Lightweight lamp“ (Lampe Leichtgewicht): eine Variante der erwähnten Stehlampe ist das Schreibtischlicht. Der Korb ist etwas größer als ein Din-A4-Blatt, so dass er auch als Büroablage dienen kann.

Und schließlich gibt es noch die Hängelampe (Foto ganz oben). Hier ist der Korb verschiebbar, so dass sich die Lichtquelle höher oder tiefer einpendeln lässt.

Die Stange der Lampe ist aus Bambus gefertigt, der in Schottland gepflanzt wurde. Der Lampenschirm besteht aus Papier.

Die Lichtquelle sind LED-Leuchten.

Natürlich kann man nicht nur Steinbrocken als Gewichte in den Korb packen. Bücher gehen auch, auch Obst eignet sich. Nur darf man dann nicht vergessen, dass nach dem Obstsalat die Lampe kippt.

Studio Tord Boontje

Fotos: Studio Tord Boontje