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Kurz notiert: Vergangenheit jenseits des Guten und Schönen

(Februar 2013) „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ lautet das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals am 8. September. Ab sofort können Historischen Bauten angemeldet werden, damit sie wie üblich am zweiten Sonntag im September der Öffentlichkeit zugänglich sind. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit.

Das diesjährige Thema soll bewusst viel Interpretationsspielraum lassen. Es greift zentrale Fragestellungen der Denkmalpflege auf, zum Beispiel: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt „bequeme“ Denkmale?

Zu den „unbequemen Denkmalen“ zählen viele Bauten, die aufgrund der politischen und sozialen Umstände ihrer Zeit ein gewisses Unbehagen oder sogar sehr negative Empfindungen auslösen. Dazu zählen Bunker-, Festungs- und Verteidigungsanlangen sowie Kriegerdenkmale und Kriegsgräberstätten aus vielen Jahrhunderten, Konzentrations- und Arbeitslager der NS-Zeit, DDR-Wachtürme, Reste ehemaliger DDR-Grenzanlagen und auch NS- und DDR-Verwaltungs- oder Versammlungsbauten.

Kurzum, es handelt sich um Orte, an denen es Menschen nicht gut ging, an denen unterdrückt, gekämpft, gelitten und gestorben wurde, oder die daran erinnern.

Auch diese Objekte sind bedeutende Zeitzeugen. Verantwortungsvoll historisch aufgearbeitet und allgemein verständlich erläutert, berichten sie von den schwierigen bis katastrophalen Umständen ihrer Entstehungszeit.

Anmeldeschluss ist der 31. Mai. Die Anmeldung ist möglich unter http://www.tag-des-offenen-denkmals.de oder schriftlich bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Stiftung stellt für die Werbung vor Ort kostenfrei Plakate und weitere Materialien zur Verfügung.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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