Kunst: „Hände können schaffen, zerstören, zärtlich sein“

(März 2013) „Wenn ich eine Marmorskulptur mit zwei Händen, die eine Schnur halten, gestalte, dann zeigt das eine Beziehung zwischen den beiden, … eine Verbindung so fein und zerbrechlich, dass sie ganz leicht zerstört werden, aber genauso fest und haltbar sein kann.“ Viele Varianten solcher Kompositionen als Sinnbild von Beziehungen zwischen Personen hat Veronika Priehodová gestaltet. Meist sind die Fäden verwickelt.

Mal steht sich ein Paar Hände gegenüber, …

… mal scheinen sie gemeinsam etwas zu bauen.

„Wir sind frei in unseren Entscheidungen“, schreibt sie uns in einer Mail. Hände sieht sie als Symbol dafür: „Meine Hand kann zerstören, aber dieselben Hände können genauso schaffen und zärtlich sein.“

Die Künstlerin stammt aus der Slowakei und hat gleich 3 künstlerische Studiengänge absolviert: 2 in Prag, nämlich Fotografie und Figürliche Plastik und Bildhauerei in Carrara, wo sie jetzt lebt und arbeitet.

Klar, dass der Marmor von dort es ihr angetan hat. Zum einen sind es die Gestaltungsmöglichkeiten, die das Material bietet: „Carrara Marmor ist ein ausgezeichnetes Material, um mit Licht und Schatten zu spielen.“ Seine weiße Farbe beinhalte schon von sich aus ein weites Feld von Grautönen, denen der Künstler mit durchsichtig gearbeiteten Teilen noch weitere hinzufügen könne. „Mit Grautönen zu spielen ist, als würde man auf dem Marmor zeichnen.“

Zum anderen reizt sie, dass sich das harte Material dem Künstler widersetzt. „Der Marmor ist eine Herausforderung – man braucht einen starken inneren Willen, aber man bekommt am Ende eine große Befriedigung.“

Soweit die eine Veronika, die ernsthafte, sozusagen. Die andere findet man zum Beispiel in ihren fotografischen Arbeiten, bei denen sie sich einen Jokus mit der Welt macht.

Und so wie sie sich entschlossen hat, die beiden Veronikas zuzulassen und zu akzeptieren, so hat sie sich – ebenfalls in freier Entscheidung – für einen Wertekanon entschieden, nach dem sie ihr Leben gestaltet: „Ich will sanft sein und versuche zu verstehen, was Liebe ist. Ich sehe meine Beziehung zu anderen als Brüderlichkeit.“

Zusammen mit internationalen Künstlern hat sie das Studio Ponte di Ferro gegründet. Leute mit Faible für die Bildhauerei sind zu den Workshops eingeladen.

Veronika Priehodová

Studio Ponte di Ferro

Fotos: Veronika Priehodová