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Architektur: unverwechselbar und nicht zu übersehen

(März 2013) Mit Corporate Architecture ist gemeint, dass ein Gebäude, das sich ein Unternehmen oder eine Organisation bauen lässt, ähnlich wie das Logo des Auftraggebers sofort wiedererkannt wird. Solche Bauwerke ziehen schnell einen Architekturtourismus auf sich: Frank Gehrys Guggenheim Museum in der vorher kaum bekannten nicht spanisch: spanischen Stadt Bilbao ist ein Beispiel dafür.

Unübersehbar ist die neue Universitätsbibliothek in der polnischen Stadt Katowice: der rote Sandstein an der Fassade soll sich zwar an den Backstein der Umgebung anlehnen, gleichzeitig aber betont die markante Farbe das Eigenständige und Neuartige des Bauwerks.

Prägnant neben dem Rot ist außerdem die rhythmische Folge von Steinplatten und Glasflächen, die sich im Inneren in verschiedenen Varianten fortsetzt.

Dieser Wechsel von schmalen und breiten Streifen kommt draußen ebenfalls vor, nämlich im Bodenbelag vor dem Haupteingang.

Die Anordnung der Steinplatten folgt einem ausgeklügelten System: So sind die Stücke links schmaler als rechts. Wo sie zusammentreffen stehen sie ein wenig nach vorn.

Außerdem werden die Reihen nach oben schmaler. „Wir versuchen, langweilige und auf den ersten Blick erfassbare Fassaden zu vermeiden“, kommentiert Jacek Moczała vom Architekturbüro HS99 nüchtern das Konzept.

Aufgrund der Größe der Steinplatten und Ihrem Gewicht war es nötig, die einzelnen Flächen zu teilen. Das nutzten die Architekten wiederum für die Gestaltung: die Trennlinie zwischen den Steinplatten setzt sich darunter als linker Rand der Fenster fort, dies über die ganze Fassade. An dieser Stelle lässt sich der Architekt doch zu einem Eigenlob verlocken: „Wir halten das für eine clevere Art von Symmetrie.“

Die Stein- und Fensterreihen orientieren sich nicht immer an den Stockwerken im Inneren.

Auf dem Fußboden im Erdgeschoss tauchen die Streifen wieder auf, hier als Wechsel von geflammtem und poliertem Basalt.

Schließlich tragen auch Innenwände den Wechsel von rotem Sandstein und Glas. Der Stein mit dem Namen „Rich Kahan Red“ stammt aus Indien.

Die obersten Stockwerke beherbergen die Magazine. Betrieben wird die Bibliothek mit dem Kürzel CINiBA gemeinsam von der Universität von Schlesien und der Katowice University of Economics.

HS99

CINiBA

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Ausstellung „Award für Marketing + Architektur“ zu Corporate Architecture an der ETH Zürich bis 4. April 2013