Konstant ist nur der Wandel

(Mai 2013) Im Lauf der Erdgeschichte hat sich das Klima der Erde immer wieder und oft drastisch gewandelt, zunächst natürlich ohne den Einfluss des Menschen. Erst im Industriezeitalter, das heißt in den letzten 100 bis 150 Jahren, spielt der Klimafaktor Mensch eine wesentliche Rolle.

In dieser Zeit ist eine ungewöhnlich rasche globale Erwärmung eingetreten. Wie unterschiedlich die Strukturen und Ursachen des Klimawandels sein können, erläutert Prof. Dr. Christian-D. Schönwiese von der Goethe-Universität Frankfurt in seinem Vortrag mit de Titel „Konstant ist nur der Wandel – Das Klima seit Beginn der Erdgeschichte“ am 8. Mai, um 19 Uhr, im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung „Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“ statt.

Seit Beginn der Erdgeschichte wandelt sich das Klima auf unserem Planeten. Auf die ersten Jahrmilliarden der Abkühlung folgte ein Wechselspiel von immer noch sehr warmen und daher völlig eisfreien Klimazuständen mit kälteren Epochen, den Eiszeitaltern. Besonders spektakulär war eine fast vollständige Vereisung der Erde vor etwa 700 Millionen Jahren. Unser Planet glich vom All aus gesehen einem gigantischen Schneeball. Seit zwei bis drei Millionen Jahren befinden wir uns wieder in einem relativ kalten Klimazustand, dem Quartären Eiszeitalter, in dem ein ausgeprägtes Hin und Her zwischen Warm- und Kaltzeiten („Eiszeiten“) dominiert.

Doch spätestens seit dem Industriezeitalter beeinflusst der Mensch neben den vielfältigen natürlichen Ursachen den Klimawandel erheblich. Allerdings läuft der globale Klimawandel räumlich und jahreszeitlich sehr unterschiedlich ab, so dass trotz „globaler Erwärmung“ auch regionale Abkühlungen beobachtet werden. Selbst innerhalb einer so kleinen Region wie Deutschland treten markante Unterschiede auf, insbesondere beim Niederschlag.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass relativ langfristige Trends von Schwankungen und Extremereignissen überlagert werden. Extremereignisse werden aufgrund ihrer Folgen besonders stark wahrgenommen. Beispiele dafür sind in Deutschland der extreme Hitze- und Trockensommer 2003 sowie eine Reihe von Starkniederschlagsereignissen, die zu katastrophalen Hochwässern führten. „An derartige nicht mehr vermeidbare Folgen des Klimawandels müssen sich die Menschen in Zukunft anpassen. Gleichzeitig erscheinen jedoch Klimaschutzmaßnahmen als dringend notwendig“, so Schönwiese.

Prof. Dr. Christian-Dietrich Schönwiese war bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2006 Professor für Meteorologische Umweltforschung am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität Frankfurt/Main, wo er die Arbeitsgruppe Klimaforschung aufgebaut hat. Sein Arbeitsschwerpunkt war die statistische Analyse der jüngeren Klimageschichte (letzte ca. 100-200 Jahre), insbesondere hinsichtlich Trendstrukturen und Extremereignissen, sowie die Abgrenzung anthropogener Einflüsse von natürlichen Variationen in den Beobachtungsdaten.

Weitere Themen der Vortragsreihe, jeweils um 19 Uhr, im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt/Main:

22. Mai: „Klima und Mensch. Die Sicht der Geowissenschaften“, Prof. Dr. Gerald H. Haug (Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich)

12. Juni: Themenabend Leben. Einführungsvortrag, Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung): „Klimawandel und biologische Vielfalt – Folgen für Deutschland“. Kurzvorträge im Pecha-Kucha-Format: „Prägnante Beispiele aus dem Statusreport“

3. Juli: „Biologische Vielfalt im Boden – unbekanntes Leben unter unseren Füssen“, Prof. Dr. Willy Xylander (Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz)

28. August: „Können Bürger Wissenschaft? Das Potenzial von Citizen Science in der deutschen Biodiversitätsforschung“, Prof. Dr. Johannes Vogel (Museum für Naturkunde, Berlin)

4. September: „Alle Vögel sind noch da? Vögel, Ökosysteme und der Klimawandel“, Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (BiK-F und Goethe-Universität Frankfurt/Main)

18. September: Themenabend Zukunft: „Fracking – Energiegewinnung mit Zukunft?“, Einführung: Dr. Thomas Schmid (Präsident des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie): „Was ist Fracking, und wie ist der aktuelle Sachstand dazu in Hessen?“ Podiumsdiskussion mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerinitiativen. Mit Fotoeindrücken von J. Henry Fair.

9.Oktober: „Demografischer Wandel – Chance für die Nachhaltigkeit?“, PD Dr. Diana Hummel (ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung)

16. Oktober: „Brennendes Meereis: Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie?“, Prof. Dr. Gerhard Bohrmann (MARUM – Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Bremen)

30. Oktober: „CO2-Speicherung im Meeresboden – Chancen und Risiken“, Prof. Dr. Klaus Wallmann (GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel).

Sonderausstellung „Planet 3.0 – Klima, Leben, Zukunft“, bis 15. September 2013