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Deutscher Naturstein-Preis 2013 vergeben

(Juni 2013) Der Deutsche Naturstein-Preis geht diesmal an die Architekten des österreichischen Büros Baumschlager Eberle für ihren Neubau des e-Science LAB der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), Zürich (siehe Foto oben). Der Preis ist mit 15.000 € dotiert. Drei weitere Prämierungen von je 5000 € wurden in Unterkategorien vergeben.

Baumschlager Eberle: e-Science LAB der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.

Beim Hauptpreis lobte die Jury „die einzigartige Entwurfsidee für ein steinernes Gebäude, das ausschließlich von der Wirkung des Travertins geprägt wird und dennoch leicht und filigran erscheint“.

Um diesen Effekt zu erzielen, lassen die Architekten Balkonbänder rund um die Glasfassade laufen. In diesen Balkonen sind Travertinplatten quergestellt. Sie wirken als Temperaturpuffer und erlauben dennoch eine Luftzirkulation vor den Glasscheiben.

Die Steinplatten sind bis zu 3,65 m hoch, 90 cm breit und 7 cm dick. Ihr Gewicht beträgt bis zu 690 kg. Ihr ungewöhnliches Format bedeutete nicht nur, das man im Steinbruch Rohblöcke von über 4 m Länge gewinnen musste. Es war auch eine spezielle Apparatur für die Installation mit einem Kran zu entwickeln. 717 solche Platten sind über das sechsstöckige Gebäude verteilt.

Architekten: Baumschlager Eberle, Lochau

Verwendeter Naturstein: 
Travertin Romano Navona

Ausführende Natursteinfirma:
 Stone Group AG, Uznach

LOMA architecture . landscape . urbanism, Kassel: Außenanlagen des Hambacher Schlosses, Neustadt/Weinstraße.

Ein Preis mit 5000 € wurde für die Gestaltung der Außenanlagen des Hambacher Schlosses, Neustadt/Weinstraße vergeben. Zu ihrem Urteil schreibt die Jury: „Der landschaftsarchitektonische Entwurf besticht durch seine differenzierte und einfühlsame Haltung im Umgang mit Naturstein. Die Stringenz des ,Steinernen Parketts’ markiert die neue Panoramaterrasse, hält die unterschiedlichen Platzniveaus zusammen und steht im Dialog mit dem natürlich anstehenden Fels und den verschiedenen bauhistorischen Zeitschichten.“

Architekten: LOMA architecture . landscape . urbanism, Kassel

Verwendeter Naturstein: 
Leistädter Sandstein, örtlicher Buntsandstein, Albersweiler Granit

Ausführende Natursteinfirmen: 
Clade, Neustadt; 
Alex Kaufmann, Neu Isenburg
; Der Steinsetzer, Möckmühl

Max Dudler, Berlin
: Umbau und Erweiterungsbau Hambacher Schloss, Neustadt/Weinstraße.

Den Umbau und Erweiterungsbau im Hambacher Schloss beurteilte die Jury folgendermaßen: „Die sensible Heilung und Weiterentwicklung des historischen Ortes mit einem kraftvollen skulpturalen Mauerthema gelingt auch und gerade aus der Wahl und Beherrschung des eingesetzten Materials: „Selbstbewusstsein und Einfühlung in den Ort, Eindeutigkeit und Zurückhaltung, Präzision und Ruhe kennzeichnen die herausragenden Qualitäten der architektonischen Gesamt-Komposition und ihrer Hülle aus regionalem Sandstein.“

Architekt: Max Dudler, Berlin

Verwendeter Naturstein:
 Leistädter Sandstein, gespalten

Ausführende Natursteinfirma:
 Alex Kaufmann, Neu Isenburg

Petra und Paul Kahlfeldt Architekten, Berlin: Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses, München.

Zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses, München
 gab es folgende Bewertung: „Die Jury würdigt die freistehende, dem Wohnungsbau vorbehaltene Gebäudescheibe als einen sehr kraftvollen, eigenständigen Baukörper mit hoher Qualität in der Detailausbildung der Fassade. Das Gebäude vereint Gestaltungselemente aus dem Industriebau des frühen 20. Jahrhunderts mit zukunftsweisendem, qualitätsvollem Wohnungsbau inmitten eines heterogenen Umfeldes. Die Fassaden werden durch Naturstein geprägt. Sie überzeugen durch hohe Qualität in der Detaillierung und der Verarbeitung des Materials, was dem Baukörper eine zeitlose Ausstrahlungskraft verleiht.

Architekten: Petra und Paul Kahlfeldt Architekten, Berlin

Verwendeter Naturstein: 
Cremeweißer Kalkstein Crema Sintra aus Portugal

Ausführende Natursteinfirma:
 Hofmann Naturstein, Werbach-Gamburg

Der Deutsche Naturstein-Preis prämiert Natursteinarbeiten am Bau aus ganz Europa, sofern diese von Fachbetrieben ausgeführt wurden. Dabei geht es um die „vorbildliche Gestaltung und technisch zeitgemäße Konstruktion“ mit Stein, wie es in den Unterlagen heißt. Ausgeschrieben wird der Preis alle 2 Jahre vom Deutschen Naturwerkstein-Verband (DNV) gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA).

In diesem Jahr hatte es 60 Einreichungen gegeben. In einer Vorauswahl hatte die Jury 15 Nominierungen vorausgewählt, die in die Endausscheidung kamen.

Liste der Preisträger und Nominierungen   

Fotos: DNV

(02.06.2013)