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Mehr Qualität statt mehr Wachstum

(Juni 2013) Weltweit haben die nationalen Natursteinmessen mit Besucherschwund und sinkenden Ausstellerzahlen zu kämpfen. Ausnahmen sind die Marble in Izmir und die Stone Fair in Vitória, wobei die Schau in der Türkei ihr Profil als Handelsplatz für Rohblöcke hat und die in Brasilien als Zentrum für den boomenden Kontinent Lateinamerika anerkannt ist.

Die diesjährige Stone+tec in Nürnberg (29. Mai – 01. Juni) hat Konsequenzen aus den anhaltend rückläufigen Besucher- und Ausstellerzahlen der letzten Jahre gezogen und sich ein neues Profil zugelegt: erste Zielgruppe sind fortan die Steinmetze aus den deutschsprachigen Ländern, also Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für sie soll die Messe zu einem Muss werden, so dass die Schau auch für die Aussteller ein Pflichttermin bleibt.

Vorangegangen mit einem neuen Profil war übrigens die Marmotec in Carrara, die ebenfalls alle 2 Jahre stattfindet. Sie hat sich die Marble Weeks (Marmorwochen) einfallen lassen, die – in diesem Jahr von Ende Juni bis August – ein reiches Programm mit Kunst und Kultur rund um den heimischen Marmor bieten.

Ob das Carrara-Konzept die verloren gegangenen Besucher und Aussteller nicht nur in die Stadt, sondern auch auf die Marmotec zurückholt, wird sich zeigen. Für Nürnberg jedoch ist schon jetzt klar, dass mit dem neuen Konzept die Steinmesse kleiner wird.

So gab es in diesem Jahr wieder einen Rückgang: rund 20.000 Besucher kamen laut Pressemitteilung der Messegesellschaft nach Nürnberg – 26.146 waren es 2011 gewesen. 699 Aussteller aus 37 Ländern hatten sich vor 2 Jahren präsentiert – diesmal waren es 544 Austeller aus 31 Ländern.

Willy Viethen, verantwortlicher Manager für die Stone+tec, hat darauf aber eine klare Antwort, die eine Abkehr von dem weit verbreiteten Wachstumszwang beinhaltet: Wenn die Stone+tec künftig zwar kleiner aber besser sei, dann sei das für alle Beteiligten nur von Vorteil, hatte er uns sinngemäß vor einer Weile gesagt.

Um dieses „Besser“ zu erreichen, hat Viethen sich eine Neuerung einfallen lassen, eine Art Messe-Plus: Die Besucher sollen in den Hallen neben den ausgestellten Waren auch vielfältige neue Ideen sowie Lösungen für ihr Tagesgeschäft finden.

So gab es, wie bei der Coverings oder der StonExpo in den USA schon lange üblich, ein Vortragsprogramm, das seinen Namen verdient. Es ging in den Referaten unter anderem am die Nutzung der Social Media oder um Unternehmensgründungen. Reiner Krug vom Deutschen Natursteinverband (DNV) gab praxisnah eine Übersicht über die häufigsten Streitthemen beim Naturstein am Bau, und Peter Becker von Stone-Ideas.com stellte neue Produktideen für Steinmetze vor. Der Steinmetzverband war in die Veranstaltungen einbezogen.

In einer eigenen Veranstaltungsreihe hatte der DNV unter anderem das Thema Nachhaltigkeit behandelt.

Zum Kennenlernen und Branchentreff hatte die Messe zusammen mit dem Steinmetzverband am 3. Abend zu einer großen Steinmetzparty eingeladen.

Treffend beschreibt die Skulptur auf dem Bildschirmfoto unten die Gefühlslage auf der Stone+tec 2013. Titel könnte sein: „Der Steinmetz / die Messe arbeitet an sich“ oder „Der Steinmetz / die Messe erfindet sich selber neu“. Das Foto haben wir von einer spanischen Website gemacht.

Stone+tec 2015, 13. – 16. Mai

 (04.06.2013)