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Natur und Ressourcenschutz immer öfter als Thema

(Juni 2013) Mailand war im April für eine ganze Woche wieder die Welthauptstadt des Produktdesigns, dies nicht nur auf dem riesigen Messegelände, sondern auch an vielen Orten über die ganze Stadt verteilt. Vom 09. – 14. fand I Saloni statt, bestehend aus der jährlichen Internationalen Möbelmesse (Salone Internazionale del Mobile) und diesmal ergänzt um die alle 2 Jahre stattfindenden Spezialmessen zu Licht (Euroluce) und Büro (Salone Ufficio).

In der Innenstadt fand parallel zur Messe die Milan Design Week statt, unter anderem in Form des Fuori Salone (übersetzt etwa: Messe draußen) im Stadtteil Brera oder als Tortona Design Week auf dem ehemaligen Fabrikgelände gleichen Namens.

Kurz die Zahlen zur Messe I Salone: in ihrer 35. internationalen Ausgabe (national fand sie zum 52. Mal statt) zählte sie 2725 Aussteller und 324.000 Besucher. Die Gäste kamen aus 160 Ländern. Die Bruttofläche betrug 530.000 m² (netto: 204.850 m²).

Was die aktuellen Moden in der Möbelbranche angeht, sprach die Messegesellschaft in ihren Pressemitteilungen diesmal nicht von Trends für die aktuelle Saison. Vielmehr bemühte sie sich, eine langfristige „evolutionäre Richtung“ im Design zu konstatieren. Als Eckpunkte wurden genannt:

* Rückgriff auf Stile vergangener Epochen, dies zurückzuführen auf eine aktuelle Verunsicherung der Konsumenten angesichts vieler Krisen,

* eine anhaltende „Demokratisierung des Designs“, welche ansprechend gestaltete Produkte auch für Leute mit kleinerem Geldbeutel erschwinglich macht,

* „Wertigkeit“ der Produkte,

* und als Folge davon eine zunehmende „technische Komplexität“ in der Herstellung.

I Saloni 2014, 08. – 13. April

Fuori Salone

Tortona Design Week

Uns fiel auf, dass allerorten Natur und Ressourcenschutz Themen waren. Auf die Spitze getrieben hatten das die Designer Cappellini & Licheri für die Firma Sicis: ihre Sitzmöbel der Kollektion „Next Art” waren Blättern und Blüten nachempfunden.

Cappellini & Licheri

Sicis

Auch die Zweitverwendung von Materialien war vielfach ein Thema: Der Holzspezialist Riva1920 ließ bekannte Designer für die Kollektion „Briccole” uralte Holzpfähle aus der Lagune von Venedig zu Möbeln umarbeiten.

Die Bohrlöcher der Schädlinge, die normalerweise das Material entwerten, bekommen hier einen besonderen Charme.

Bei der Kollektion „Kauri”, ebenfalls von Riva 1920, sind die Tischplatten aus Baumstämmen hergestellt, die vor mehr als 50.000 Jahren in neuseeländischen Sümpfen verschüttet wurden und praktisch unberührt erhalten geblieben sind.

Schließlich „Nalj”: hier werden Reststücke aus der Holzproduktion zu Schmuck umgearbeitet.

Riva 1920

„Nalj” (italienisch)

Kurz wollen wir auf einige der Präsentationen in der Innenstadt eingehen: Im Innenhof der Mailänder Universität zeigte die Firma Franchi Umberto Marmi ihre Installation „SenSai”, konzipiert von Archizero.

Das Barbecue-Set bestand aus vier Blöcken des schwarzen Marmors Zebrino. Die Tische waren aus dunklem Bardiglio Marmor gefertigt. Für Becken und weitere Objekte wurde der weiße Calacatta Marmor verwendet.

Franchi Umberto Marmi

Studenten präsentierten auf der Galerie des Innenhofs ihre Arbeiten. Carmelo Zocco hatte den Fahrradständer „Mici“ in Katzenform entworfen. Die Firma Studio Immagine d’Ambiente erstellte die Prototypen aus Aluminium.

Carmelo Zocco (Mail)

Studio Immagine d’Ambiente (Mail)

„Eco-Benches Binario“ nannte Stefano D’armento seine Sitzwürfel zum Verschieben. Produziert hatte sie die Firma Casei Eco-System.

Stefano D’armento (Mail)

Casei Eco-System

Schließlich Marsotto Edizioni, in einer Galerie im Design-Stadtteil Brera: die Firma hat unter dem Titel „Just Black” (Einfach Schwarz) ihre Kollektion von Alltagsgegenständen nun auch im schwarzem Marmor Nero Marquina herausgebracht.

Marsotto Edizioni

Fotos: Firmen