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Massivbauen mit kleinen Natursteinblöcken

Erweiterungsbau für das Krankenhaus in le Duché d’Uzès.

(Juli 2013) Frankreich ist weltweit führend im Massivbauen mit Naturstein, und so ist es kein Wunder, dass auch bei den diesjährigen französischen Architekturpreisen für das Bauen mit Naturstein (3e Concours d’Architecture Pierre Naturelle) einige solche Projekte ausgezeichnet wurden.

Eines ist der Erweiterungsbau für das Krankenhaus in le Duché d’Uzès unweit von Avignon und Nîmes. Das Erdgeschoss dient als Materiallager, in der Etage obendrüber sitzt die Verwaltung. Die Architekten von Architecture Brayer-Hugon heben diese Funktionen in der Fassade deutlich voneinander ab: das Erdgeschoss ist aus massiven Steinblöcken gebaut, die Etage obendrüber mit Kiefernholz verkleidet. Beide Materialien sind typisch für die Gegend.

Während ebenerdig senkrechte Linien dominieren, sind die Holzlatten im Geschoss obendrüber waagerecht angeordnet.

Verschiedene Vorteile hat das massive Bauen mit Naturstein: der wichtigste ist die isolierende Wirkung der 40 cm dicken Steinblöcke. So liegt die Temperatur im Sommer konstant im Erdgeschoss bei 20 Grad Celsius und fällt im Winter selbst bei wochenlangem Frost nicht unter 19 Grad.

Erweiterungsbau für das Krankenhaus in le Duché d’Uzès: Auch kann solch ein Gebäude sehr schnell errichtet werden. Denn die Steinblöcke sind 2,10 m x 0,90 m groß und es braucht nur einen Kran, um sie an Ort und Stelle zu heben.

Auch kann solch ein Gebäude sehr schnell errichtet werden. Denn die Steinblöcke sind 2,10 m x 0,90 m groß und es braucht nur einen Kran, um sie an Ort und Stelle zu heben. Gehalten werden sie von ihrem Gewicht (je 2,5 t). Da die Blöcke vom Transporter herab verbaut werden können, fallen keine Kosten für Lagerflächen an. Zuletzt müssen nur noch die Fugen verfüllt werden.

Ein Nachteil beim Massivbauen mit Stein ist jedoch, dass die Fensterstürze relativ kurz sind. Dass folglich auch die Fenster schmal sind, war hier jedoch kein Problem: im Lager wird kein Sonnenlicht gebraucht.

Erweiterungsbau für das Krankenhaus in le Duché d’Uzès: Die schmalen Fenster zusammen mit den senkrechten Säulen vor der Fassade bilden die Regale im Inneren nach.

Die schmalen Fenster zusammen mit den senkrechten Säulen vor der Fassade bilden die Regale im Inneren nach.

Steinlieferant war die Firma SOC. Die Steinarbeiten führten Bargeton et Fils aus.

Mehrgeschossige Wohnhäuser in Bry-Sur-Marne.

Bei zwei mehrgeschossigen Wohnhäusern in Bry-Sur-Marne ist nur das Erdgeschoss aus Beton. Die Etagen darüber sind auf 3 Außenseiten aus Massivstein, während die Fassade mit den Balkonen aus Holz gefertigt ist.

Mehrgeschossige Wohnhäuser in Bry-Sur-Marne.

Beteiligte Firmen waren Immobilière 3F, Eliet&Lehmann, C&E, LBE, E1L Ingénierie, Cinotto, MPT.

Klosterkirche Saint-Joseph in Puimisson.

Die Klosterkirche Saint-Joseph in Puimisson in einiger Entfernung von Narbonne sollte ursprünglich gebaut werden, wie man heutzutage baut: Wände aus Beton und ein bisschen Stein zur Verkleidung.

Klosterkirche Saint-Joseph in Puimisson.

Dann gelang es, die Ordensbrüder für Naturstein zu interessieren und schließlich den Architekt zu überzeugen, dass massive Steinwände die Last des Daches tragen könnten.

Klosterkirche Saint-Joseph in Puimisson.

1028 kleine Blöcke wurden verbaut, das sind umgerechnet etwa 323 m³ Stein. Das Basismodul für die Wände ist 2 m lang, 50 beziehungsweise 70 cm hoch und 50 cm dick.

Die Planer waren Daniel Ferrand Architecte und das Bureau d’Études Calder Ingénierie. Ausführende Firmen waren Atelier du Grain d’Orge, Proroch und JFP Construction.

Klosterkirche Saint-Joseph in Puimisson.

Der Concours d’Architecture Pierre Naturelle) wurde in diesem Jahr ausgerichtet von SN ROC (Syndicat National des Industries de Roches Ornementales et de Construction) und der Zeitschrift Pierre Actual in Partnerschaft mit der École Nationale Supérieure d’Architecture de Paris-Val-de-Seine.

Fotos: Pierre Actual

(14.07.2013)