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Anti-Dumping-Verfahren gegen Kunststein aus China

Engineered Stone wird in großen Anlagen unter Einsatz von Hitze und Druck hergestellt. Hier die neue Produktionsstätte der Cosentino Group für das Material Dekton in der Provinz Almeira in Spanien. Foto: Cosentino

(Juli 2013) Die Europäische Kommission hat ein Antidumping-Verfahren gegen Einfuhren von Engineered Stone mit Ursprung in der Volksrepublik China eingeleitet. Das teilt der europaweite Herstellerverband A.St.A. mit, auf dessen Mitglieder rund 25 Prozent der europäischen Produktion solcher Quarzwerksteine oder Agglomeratsteine entfallen.

In dem Verfahren geht es um unter anderem um Platten aus harzgebundenem Kunststein oder aus einem harzgebundenen Agglomerat von Stein und/oder Glas und/oder Spiegelglas. Solche Materialien werden für Küchenarbeitsplatten verwendet. Daneben sind Baustoffe betroffen.

Der Verband A.St.A. Europe (European Association of Agglomerated Stones Manufactures) als Antragsteller hatte zuvor so genannte Anscheinsbeweise vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass die Verkaufspreise in Europa niedriger sind als die Herstellungskosten in China. In einer Pressemitteilung warnt der Verband, dass tausende Jobs in Europa verloren gehen könnten und dass der Kontinent seine globale Marktführerschaft in einer hoch spezialisierten und innovativen Industrie verlieren könnte.

Erfunden worden war das Verfahren, Kunststeine aus Natursteinpulver mit Harz asl Kleber unter hitze undDruck herzustellen, vor einigen Jahrzehnten von dem italienischen Maschinenhersteller Breton. Damals suchte man eigentlich nach Ersatz für Steinsorten, deren Brüche nicht mehr in Betrieb waren. Inzwischen machen die Hersteller der Natursteinbranche heftige Konkurrenz.

In dem Anti-Dumping-Verfahren müssen die Initiatoren nun handfeste Beweise für Subventionen vorlegen, mit denen die chinesische Regierung ihre Produzenten angeblich unterstützt. Am Ende des Verfahrens können Strafzölle stehen, die in zeitlicher Staffelung von zunächst 11,8% bis zuletzt 47% reichen.

Im Juni 2013 hatte die EU Anti-Dumping-Zölle gegen bestimmte Solarzellen aus China verhängt.

In den letzten Jahren hat der Import von Engineered Stone aus China in die EU erheblich zugenommen. Alle Investitionen der europäischen Industrie würden durch die Dumping-Praktiken der chinesischen Hersteller zunichte gemacht, warnt der Verband. Schon jetzt hätten die größten europäischen Hersteller nur 50 Prozent ihrer Produktionskapazitäten in Betrieb.

Auch Brasilien verzeichnet erhebliche Steigerungen bei den Importen von Engineered Stone aus China. Dort konstatiert seit langem der Natursteinverband Abirochas diese Entwicklung mit großer Sorge.

A.St.A. Europe

(24.07.2013)