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Sanierung der Christuskirche in Andernach

Die Christuskirche in Andernach vor der Sanierung (links, 2004) und danach (2013). Fotos: Wikimedia Commons / Peter Becker

(August 2013) Wasser war die zentrale Schadensursache an der Christuskirche in Andernach, und zwar eindringendes Wasser von oben und aufsteigendes Wasser von unten. In den vergangenen Jahren wurde das Bauwerk saniert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte die Arbeiten finanziell.

Ohne Turm, aber mit einer mächtigen Halle hebt sich die Christuskirche aus den Häusern von Andernach heraus. Foto: Peter Becker

Es handelt sich um ein wichtiges Beispiel einer spätgotischen Hallenkirche.

Da das Mauerwerk im Wesentlichen aus Tuff besteht, der porös ist und gern Wasser aufnimmt, sind die Fassaden nun mit einem Schlämmputz überzogen worden.

Erst in der Romantik wurde es schick, Naturstein offen in der Fassade zu präsentieren. Vorher hatte man Mauern mit einer Schutzschicht überzogen, wie es bei der Christuskirche mit dem Schlämmputz wieder geschah.  Foto: Gesell Kriesten und Partner

Dieser Überzug traf zwar bei den Bürgern zunächst nicht auf Gegenliebe. Aber sogar der Denkmalschutz begrüßte die Maßnahme: denn Natursteine an einer Fassade offen zu zeigen, war erst in der Romantik üblich geworden; zuvor hatte man, wie auch im Fall der Christuskirche, Steinmauern grundsätzlich mit einem Schutz überzogen. Eine solche von Fachleuten als „Opferschicht“ bezeichnete Außenhaut hält die Witterung eine Zeitlang fern und kann nach Verschleiß kostengünstig erneuert werden.

Zum Einsatz kam bei der Christuskirche eine „Trass-Natursteinschlämme, welche in der Farbe an den Tuffstein des Mauerwerks angeglichen wurde“, heißt es in den Materialien zur Renovierung. Jedoch lasse der Putz „das Fugenbild der Natursteinfassade noch erkennen“, wird herausgestellt. Der Bürgerprotest hatte sich daran entzündet, dass die Quader nicht mehr deutlich zu sehen waren.

Die Schieferdeckung auf dem Kirchendach war zwar in Ordnung, aber durch die Anbindung ans Mauerwerk drang Wasser ein. Foto: Gesell Kriesten und Partner

Apropos Wasserschäden: Zwar war die Schieferdeckung des Hauptdaches in gutem Zustand. Allerdings mussten die Anschlüsse an das Mauerwerk erneuert werden. Erneuert wurden die Abdeckungen der Giebel, durch die ebenfalls Wasser eingedrungen war. Zur Sicherung sind nun die Basaltlava-Werksteine mit Edelstahlstäben vernadelt.

Im Mauerwerk mussten Tuff-Teile erneuert werden. Foto: Gesell Kriesten und Partner

Einzelne Steine aus der Fassade mussten erneuert werden. Vielfach war auch die Verfugung zu erneuern. Arbeiten fielen am Maßwerk der Fenster und an ihren Sohlbänken an. Und auch die Fundamente wurden saniert.

Die Planung und Überwachung der Arbeiten hatte das Andernacher Büro Gesell Kriesten und Partner inne. Die Sanierungsarbeiten am Stein erledigte die Firma shs naturstein aus Mayen.

Zahlreiche Häuser in Andernach sind wie die Christuskirche im Tuffstein aus der nahen Eifel gebaut.

Mit Tuff verkleidet: Erlebniszentrum Geysir Andernach. Foto: Peter Becker

Der Kaltwassergeysir bei Andernach. Foto: Peter Becker

Eine geologische Besonderheit in der Umgebung ist der weltweit höchste Kaltwassergeysir. Vom Erlebniszentrum am Rheinufer, das einen Besuch lohnt, fährt in den Sommermonaten eine regelmäßige Schiffsverbindung zum Geysir.

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Kaltwassergeysir Andernach

(05.08.2013)