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„Stone Sea“ (Steinmeer) von Andy Goldsworthy

Andy Goldsworthy, „Stone Sea“: Von der Terrasse aus betrachtet könnten die 25 Steinbögen Sandwürmer sein, die sich durch den Untergrund wühlen, vielleicht auch Wasserschlangen.

(August 2013) Ein bisschen unheimlich ist es schon, Andy Goldsworthys „Stone Sea“ (Steinmeer) zwischen dem Altbau und dem neuen Flügel des St. Louis Art Museum (SLAM). Von der Terrasse obendrüber aus betrachtet könnten die auf engen Raum in einem Graben installierten 25 Steinbögen Sandwürmer sein, die sich durch den Untergrund wühlen, vielleicht auch Wasserschlangen, die nur kurz aufgetaucht sind.

Andy Goldsworthy (links): „Stone Sea“.

Der britische Künstler schildert selbst, wie seine neueste Arbeit entstand: Er habe auf der Wiese gestanden, auf der sich heute sich der neue Museumsflügel befindet, und sich gefragt, was eigentlich darunter liegt und was man nach Baubeginn mit dem Aushub machen würde.

Unter der Millionenstadt am Mississippi liegt eine gewaltige Kalksteinschicht, die sich in grauer Vorzeit aus den Schalen von Muscheln und andere Tieren in einem flachen Meer dort gebildet hat.

Ursprünglich wollte Goldsworthy den Aushub für sein Kunstwerk verwenden, jedoch war das Material zu brüchig. Also griff er auf Kalkstein aus den Brüchen im etwa 110 km entfernten Perryville zurückgriff. Mit diesem Stein ist die Fassade des Museums-Altbaus verkleidet, und viele der Gebäude in St. Louis tragen das Material. Die Firma Earthworks betreibt die Brüche.

„Stein ist auf einer geologischen Reise“, sinniert Goldsworthy in einem Text. Diese Bewegung wollte er seinen Bögen mitgeben, indem er sie wie gegeneinander drängelnd anordnete.

„Stein ist auf einer geologischen Reise“, sinniert Goldsworthy in einem Text. Diese Bewegung wollte er seinen Bögen mitgeben, indem er sie wie gegeneinander drängelnd anordnete.

Bewegung in Sachen Geologie kann man aber auch bedrohlich verstehen: Nicht wirklich weit entfernt von der Millionenstadt St. Louis liegt die New Madrid Seismic Zone.

Bewegung in Sachen Geologie kann man aber auch bedrohlich verstehen: Nicht wirklich weit entfernt von der Millionenstadt St. Louis liegt die New Madrid Seismic Zone, für die Experten ein schweres Beben in absehbarer Zeit vorhersagen. Das Ereignis im Jahr 1811 war so schwer gewesen, dass es den Lauf des Mississippi veränderte und der Ohio eine Zeitlang rückwärts floss.

Andererseits aber symbolisieren Bögen aus Stein auch die Loslösung der Menschheit von der Herrschaft der Natur. In Brücken schaffen sie Verbindungen und Wege.

Andererseits aber symbolisieren Bögen aus Stein auch die Loslösung der Menschheit von der Herrschaft der Natur. In Brücken schaffen Bögen Verbindungen und Wege.

Schließlich könnte man „Stone Sea“ beim Blick von oben einfach nur als eine friedliche Wellenlandschaft genießen…

Etwa 3 m (10 foot) hoch und 13 t schwer ist jeder der Bögen.

Auch der neue East Wing trägt einen Bezug zur Natur: in die Außenwände aus Sichtbeton sind Ablagerungen aus dem heutigen Bett des Mississippi eingelassen.

Auch der neue East Wing, gebaut vom britischen Architekten David Chipperfield und verkleidet mit hohen Betonwänden und Glasflächen, trägt einen Bezug zur Natur: in die Außenwände aus Sichtbeton sind Ablagerungen aus dem heutigen Bett des Mississippi eingelassen. Sie setzen der eleganten Politur eine wilde Sprenkelung entgegen.

Apropos Bögen: In St. Louis gibt es den „Gateway Arch“ von Eero Saarinen, der an die Eroberung des Westens durch die amerikanischen Siedler erinnert. Auch ein Symbol von Veränderung.

St. Louis Art Museum (SLAM)

Earthworks

New Madrid Seismic Zone

Fotos: Andy Goldsworthy / Scott Smith

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(04.08.2013)