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Frankreich: Zwangsgebühr damit Möbel recycelt werden

Der Tisch „Barcode“ der deutschen Firma <a href="http://www.draenert.de"target="_blank">Draenert</a> besteht aus Natursteinabfall. Hier zwei Varianten. Nicht zu sehen ist die raffinierte Tragekonstruktion. Foto: Draenert

(August 2013) In Frankreich müssen seit dem 1. Mai 2013 alle Hersteller von Möbeln eine Öko-Abgabe nach dem Gewicht des Produkts zahlen. Dazu gehören auch Arbeitsplatten für Küche oder Bad aus Naturstein. Die Abgabe soll dazu verwendet werden, die alten Stücke einzusammeln und einem Recycling zuzuführen. In Frankreich fallen jedes Jahr rund 2 Millionen t solcher Altmaterialien an.

Die französische Fachzeitschrift Pierre Actual hat in ihrer Ausgabe (6/2013) die Bedeutung der Rücknahmepflicht für die Steinbranche untersucht.

Nicht betroffen sind (Wasch-)Becken aus Naturstein in Bad und Küche. Jedoch gilt die Vorschrift für die Arbeitsplatten dort und genauso etwa im Wohnzimmer für Anrichten (Kredenzen) oder für Tische mit Marmorplatten.

Zwei Dienststellen treiben die Öko-Abgabe ein und organisieren die Verwertung der Materialien.

Zuständig für Einrichtungsgegenstände aus privaten Wohnungen oder Häusern ist Eco-Mobilier. Einheimische Produzenten und auch Lieferanten aus dem Ausland müssen sich auf deren Webpage registrieren. Je nach dem Gewicht des Produkts ist die Höhe der Gebühren geregelt: bis 0,5 kg sind es 0,01 €, von 250 bis 300 kg sind es 18 €, darüber hinaus 5 € pro 100 kg.

Die Dienststelle für Möbel mit betrieblicher Nutzung, zum Beispiel in Büros, heißt Valdélia und wird in Kürze eingerichtet.

Zeitplan ist, dass 2015 bereits 45% der Möbel und Einrichtungsgegenstände recycelt werden. Bis 2017 sollen es 80% sein.

Aber, so merkt Pierre Actual an, warum soll die Steinbranche diese Abgabe zahlen, wo doch Küchenarbeitsplatten kaum jemals herausgerissen und erneuert werden?

Wir stellen eine Gegenfrage: Was wäre eigentlich, wenn die Kunden genau das täten? Wir verweisen auf eine Überlegung von Andreas Kreutzer von der österreichischen Beratungsfirma Kreutzer, Fischer & Partner, veröffentlicht im Magazin Wohninsider.at: „Man stelle sich vor: Wenn ein Produkt – egal ob Küche oder was anderes – alle zehn Jahre ausgetauscht würde und man könnte diesen Rhythmus um nur ein Jahr auf neun Jahre herunterdrücken, dann hätte man zehn Prozent mehr Umsatz.“

Pierre Actual (französisch, download für 5 €).

Eco-Mobilier (französisch)

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(23.08.2013)