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Naturstein-Mosaik eines Apfelbaums

Naturstein-Mosaik „Jesus Christ the Apple Tree“.

(August 2013) Naturstein-Mosaike auf öffentlichen Plätzen sind in farblicher Hinsicht meist nicht üppig. Das liegt daran, dass Material mit großer Härte gefragt ist und dass die dafür üblichen Sorten nur wenige Farben haben.

Dass es auch anders geht, und dass man sogar Sandsteine dafür verwenden kann, zeigt das Beispiel des Apfelbaums auf dem Platzbelag vor der Hereford Cathedral im Westen Englands. Hintergrund der Gestaltung ist ein Choral mit dem Titel „Jesus Christ the Apple Tree“ (Jesus Christus der Apfelbaum). Außerdem werden in der Gegend reichlich Äpfel angebaut, von denen viele im Apfelwein (Cidre) enden.

Mit Nick Horton, Chef der Natursteinfirma Forest Pennant, kam der richtige Mann ins Projekt. Er kennt sich aus mit den Steinen in Großbritannien und legte dem Projektteam eine Empfehlung mit heimischen Sorten vor. Das Mosaik sollte nämlich sowohl von seinen Materialien her als auch von seiner Form die Idee der Einheit wiederspiegeln.

Naturstein-Mosaik „Jesus Christ the Apple Tree“.

4 Sorten Sandsteine und ein Schiefer kamen zum Einsatz: für die reifen Äpfel wurden Herefordshire Red und Red Wilderness verwendet, für die unreifen Früchte und die Blätter Kirkstone Sea Green und der (geflammte) Schiefer Light Sea Green. Der Himmel ist aus Crosland Hill Yorkstone, die wogenden Felder wieder aus Hereford Red Stone, der Außenring und der Baum aus Royal Forest Pennant. Die Hecken im Mosaik sind aus verschiedenen kleinen Stückchen zusammengesetzt.

In den Außenring ist eine Zeile des Gedichts eingearbeitet.

Der Entwurf stammt von Sandy Elliott, einem ehemaligen Lehrer und Domherrn. 500 Mannstunden brauchten die Steinmetze von Forest Pennant, um die rund 100 Einzelteile zurecht zu schneiden. Die feineren Formen sind nur 2 cm dick, aber in die größeren Formen eingebettet, so dass das Mosaik durchgängig eine Dicke von 7,5 cm hat. Das hält alle Teile an ihrem Platz und gewährleistet, dass das Mosaik nicht unter der Last von Fahrzeugen bricht.

Insgesamt hat das Stein-Puzzle eine Fläche von 50 m². Es wurde mit einem der Preise des Verbands Natural Stone Federation Great Britain aus dem Jahr 2012 ausgezeichnet.

Die Leitung der Steinarbeiten hatte die Firma Forest of Dean Stone, zu der Forest Pennant gehört. Beteiligt waren Black Mountain Quarries, Wilderness Stone, Johnsons Wellfield Quarries und Kirkstone Quarries.

Naturstein-Mosaik „Jesus Christ the Apple Tree“.

Das Gedicht „Jesus Christ the Apple Tree“ wurde von einem unbekannten Autor vermutlich im 18. Jahrhundert geschrieben. Es könnte sich auf verschiedene Stellen in der Bibel beziehen, wo Jesus sein Leben mit einem Baum vergleicht. Vielleicht hat der Dichter auch an die alte englische Tradition gedacht, zu Weihnachten in die Obstgärten zu gehen und dort unter den Bäumen ein paar Drinks zu nehmen, auf dass die Ernte im nächsten Jahr gut werden möge. Übrigens: In Hereford gibt es sogar ein Museum für den Cidre.

In einer Vertonung des Gedichts für Chor von Elizabeth Poston (1905-1987) wird die Melodie zunächst von nur wenigen Sängern einstimmig vorgetragen, um sich allmählich zu einem mehrstimmigen Satz zu entfalten. Die letzte Strophe singt wieder nur eine Stimmlage.

Hereford Cathedral

Forest of Dean Stone

Cidermuseum

Choral „Jesus Christ The Apple Tree

Fotos: Hereford Cathedral