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Der Bildhauer Gedion Nyanhongo hat die Liebe als großes Thema

Gedion Nyanhongo: „The hug“.

(September 2013) Eigentlich hat er nur ein einziges Thema. Das aber ist ein ganz Großes und hat viele Facetten: es ist die Liebe, und mal stellt er sie als Verhältnis von 2 Personen zueinander dar, mal behandelt er sie in Form der Familie, mal geht es ihm um den Erhalt der Natur und mal um Heimat.

Gedion Nyanhongo: „The hug“.

Gedion Nyanhongo stammt aus Zimbabwe. Der heute 45-Jährige verließ 2007 Afrika und ging mit Ehefrau und 4 Kindern nach Phoenix, Arizona. Die Aufenthaltserlaubnis bekam er mit einem 0-1 Visum, das an herausragende Wissenschaftler oder Künstler vergeben wird.

Als Grund für seinen Ortswechsel nennt er in einer ausführlichen Mail, dass er andere Kulturen kennenlernen wollte und dass er die US-Kultur als ideale Plattform sieht, um sich ohne Rassenschranken mit der ganzen Welt auszutauschen.

Gedion Nyanhongo: „Comfort of Love“.

Austausch sei notwendig, schreibt er, denn unser 21. Jahrhundert sei das Zeitalter, wo die Menschheit zusammenkommen und nach universalen Werten leben müsse: dabei handelt es sich um „die Liebe zwischen den Menschen, das Teilen des Lebens in der Umarmung und das gegenseitige Grüßen“. Sich selbst bezeichnet er folglich als „Steinbildhauer des 21. Jahrhunderts“.

Gedion Nyanhongo: „Peaceful Family“.

Seine Grundeinstellung zum Leben und zur Welt ist durch und durch positiv: „Wir leben in einer aufregenden Zeit voller Herausforderungen … Dieses Gefühl will ich mit meiner Kunst den jungen Leuten vermitteln.“

Gedion Nyanhongo: „Spirit of Africa“.

Sorge macht ihm aber, dass „so viele Leute ihr kulturelles Erbe zu verlieren scheinen“. Deshalb will er mit seinen Arbeiten auch festhalten, dass die Menschheit in Afrika entstanden ist: „Es war in Afrika, wo der Samen der menschlichen Ausdrucksweise erstmals Blüten trug.“

Gedion Nyanhongo: „Spring Celebration“.

Gedion Nyanhongo wuchs auf dem Land auf. Als Kind habe er Ziegen und Schafe gehütet und frühmorgens die Feldarbeit erledigt, bevor er sich auf die 9 Meilen Fußweg zu Schule machte, schreibt er.

Zur Kunst kam er über seinen Vater Claude, selbst bekannter Bildhauer. Die ältere Schwester Agnes, die auch mit Stein arbeitet, sei ebenfalls wichtig für seinen künstlerischen Weg gewesen.

Gedion Nyanhongo: „Happy Memories“.

Zimbabwe hat eine lange Tradition in Naturstein. Der Name geht zurück auf die größte Ruinenanlage im südlichen Afrika, Great Zimbabwe genannt: In der Shona-Sprache heißt „dzimba“ Häuser, und „mabwe“ steht für Steine. Es handelt sich um Reste einer Stadt mit ehemals knapp 20.000 Einwohnern. Die Anlage mit gewaltigen Granitmauern von bis zu 10 m Höhe stammt aus der Zeit von 1000 bis 1500 n. Chr.

Schon damals muss dort die Bildhauerei geblüht haben. Man hat Skulpturen der Zimbabwe-Vögel gefunden, von denen einer heute die Flagge des Landes ziert. Sie sind aus Speckstein gefertigt, „Springstone“ genannt.

Zahlreiche außergewöhnliche Steinsorten hat Zimbabwe. Kommerziell genutzt werden derzeit vor allem Sorten wie der pechschwarze Granit Nero Assoluto.

Gedion Nyanhongo

Fotos: Gedion Nyanhongo

Gedion Nyanhongo: „Dancing Life Together“.(04.09.2013)