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Apostelbrücke in Niedergebra präsentiert sich wieder in steinerner Stärke

In alter Stärke: die Apostelbrücke in Niedergebra. Foto: privat

(September 2013) Vor zwei Jahren noch war die Apostelbrücke in Niedergebra am Rand des Harzes aufgrund von Mauerwerksschäden vom Einsturz bedroht. Steine waren aus dem Mauerwerk gebrochen, Fugen lagen offen, Risse gefährdeten die Standsicherheit. Inzwischen ist sie restauriert und konnte am 1. September 2013 wieder eingeweiht werden.

Die Flussquerung über die Wipper im Landkreis Nordhausen zählt den bedeutenden Ingenieurs- und Verkehrsdenkmalen.

Ehemals verlief an dieser Stelle die Via Regia, jener zentrale Verkehrsweg des Mittelalters durch Europa von Holland bis nach Breslau (und weiter) mit Anschluss Richtung Süden an die Jakobswege bis nach Santiago de Compostela.

Zunächst hatte es hier im Wippertal nur eine Furt über den Fluss gegeben. Vermutlich im 17. und 18. Jahrhundert wurde eine hölzerne Brücke errichtet. Um 1803 gab der preußische Staat den Auftrag zu dem das steinernen Bauwerk.

Verwendet wurden vorwiegend Abbruchsteine vom Hauptturm der nahen Burg Lohra.

Die Brücke besteht aus zwei großen Gewölbetonnen, die auf wiederum zwei massiven Rand- und einem Mittelpfeiler aufliegen. Der Mittelpfeiler hat an der flussauf- und an der flussabwärtigen Seite je einen spitz auslaufenden Spornpfeiler, der als Flutbrecher dient.

Die Außenschale des massiven Mauerwerks besteht aus exakt bearbeiteten Kalksteinen. Die Laibung der Bögen ist in unregelmäßigem Schichtmauerwerk ausgeführt (Foto vor der Sanierung). Foto: privat

Die Außenschale des massiven Mauerwerks besteht aus exakt bearbeiteten Muschelkalkwerksteinen. Die Laibung der Bögen ist in unregelmäßigem Schichtmauerwerk ausgeführt. Für das Werksteinmauerwerk an der Bogenstirn arbeitete man mit Messerfugen. Die Brüstung aus Quadermauerwerk ist nur noch in Resten vorhanden.

Bis heute großenteils erhalten hat sich hingegen die Kalksteinpflaster-Fahrbahn aus der Bauzeit. Benannt nach Bonifatius, dem Apostel der Deutschen, wurde die Brücke wohl erst im 19. Jahrhundert. Da noch im selben Jahrhundert der Verkehr umgeleitet wurde, ist das Bauwerk weitgehend original erhalten.

Die Brücke vor der Sanierung. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Initiative zum Erhalt der Brücke ging von einem Förderverein von Bürgern aus. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützte das Projekt mit insgesamt 40.000 €. Die Planung hatte der Architekt Sixtus Hermanns. Die Arbeiten führte die Firma Denkmalplan aus.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Denkmalplan

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

(29.09.2013)