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Produktdesign mit Naturstein aus Portugal

Tiago Figueiredo, Grupo Galrão.

(September 2013) Mit Produktdesign neue Märkte für Portugals Steinbranche zu erschließen war das Ziel eines Projektes in Kooperation des Cevalor, des Technologiezentrums für Portugals Steinbranche, mit der Universidade Lusófona in Lissabon. Bachelor- und Masterstudenten der Universität hatten unter der Leitung von Professorin Sofia Áquas die Aufgabe, Alltagsgegenstände zu entwerfen, die in großer Stückzahl herstellbar sein würden.

Wir präsentieren im Folgenden 3 Projekte, zu denen wir nähere Informationen bekommen konnten.

Eine Sitzbank für draußen entwarf Tiago Figueiredo. Sie hat ergonomische Maße von 37,5 cm Höhe und 50 cm Sitzfläche. Das einzelne Modul ist 45,2 cm lang, mehrere Einzelteile lassen sich aneinander ansetzen.

Die Form der Bank ist zweifach ungewöhnlich: sie erscheint wie in einzelne Scheiben zerlegt, an ihren Seiten werden die Geraden zu spielerischen Linien ausgezogen. Um diese Formen zu erreichen, mussten auch CNC-Maschinen eingesetzt werden.

Die Firma Mármores Galrão hat einen Prototypen der Bank aus Marmor Estremoz de Pardais erstellt und will ihn auf der Marmomacc 2013 in Verona präsentieren.

Tiago Figueiredo (Mail)

Mármores Galrão

Ana Margarida Costa, Granisintra.

Ana Margarida Costa hatte einen Barbecue-Tisch konzipiert. Hintergrund ihrer Produktidee sei die Gewohnheit der Portugiesen, bei großen Gelegenheiten zum Essen und Trinken zusammenzukommen oder das auch ganz ohne besondere Anlässe gerne zu tun, wie sie uns schmunzelnd mailt.

Die Feuerstelle ist bei ihrem Barbecue-Tisch in die Länge gezogen, so dass jeder sein Fleisch oder seinen Fisch selber zubereiten kann.

Da die Tischplatten hoch- oder runtergeklappt werden können, lässt sich auch ein Barbecue der altbekannten Variante durchführen, wo einer für die anderen grillt.

Steinplatten geben der Konstruktion die Struktur. Sie sind 2 cm dick und miteinander verklebt. Das Feuer liegt in einem Kanal mit Schmamotteverkleidung, für den es eine Abdeckung gibt. Die Tischplatten können aus Glas, Holz oder Naturstein sein.

Ana Margarida Costa kooperierte mit der Firma Granisintra. Die hat eine Ausführung im Schiefer Ardosia de Foz Côa vorgeschlagen.

Ana Margarida Costa (Mail)

Granisintra

Rita Marques Pires, Grupo Galrão.

Rita Marques Pires ließ sich bei ihren Tischen von der uralten Kunst des Marmorpapiers inspirieren. Bei dieser Maltechnik wird Farbe in eine Flüssigkeit gekleckst; durch Rühren mit einem Pinsel in der Flüssigkeit kann man dann quasi malen. Die Strukturen, die dabei entstehen, erinnern an die Adern von Marmor. Sie können aus der Flüssigkeit abgehoben und auf Buchdeckel oder auf Steinplatten übertragen werden.

Während solche „Gemälde“ jedoch meist länglich-fließende Formen zeigen, hat Rita Marques Pires ihre „Marmorioso“ genannten Tischplatten mit konzentrischen Kreisen gestaltet. In ihnen wechseln sich Ringe von Marmor mit solchen aus lackiertem Holz ab.

Drei Tische unterschiedlicher Höhe gehören zusammen. Beteiligt war wieder Mármores Galrão.

Rita Marques Pires (Mail)

Mármores Galrão

Insgesamt waren von den Studenten 23 Projekte entwickelt worden. Beteiligt waren neben den bereits genannten Firmen auch Plácido José Simões, Feliciano Soares, Granifinas und Inovopedra.

Auf der Webpage des Cevalor zum Thema wird eine strategische Neuausrichtung angekündigt: Produktdesign habe „einen kritischen Stellenwert“ für die Natursteinbranche, weil es dem Stein einen Mehrwert gebe, und deshalb wolle sich das Cevalor stärker auf diesen Bereich ausrichten.

Cevalor (portugiesisch)

Renderings/Fotos: Studenten

(25.09.2013)