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Erfolgreiche Grabungssaison im Ölschiefer der Fossiliengrube Messel

Das Röntgenbild der diesjährigen Grabung zeigt Überreste eines Insektenfressers der Art Macrocranion im Ölschiefer. Die Art fraß auch Fische und anderes. Röntgenbild: R.Rabenstein, J. Habersetzer und T. Lehmann / Senckenberg

(Oktober 2013) Die Grabungssaison im Sommer 2013 in der Grube Messel war wieder sehr erfolgreich: „Es wurden gleich drei größere und seltenere Säuger gefunden, neben vielen anderen interessanten Stücken“, erläutert Dr. Stephan Schaal vom Forschungsinstitut Senckenberg.

Am 4. Oktober endet die diesjährige Kampagne. Begonnen hatte sie am 22. April, und seitdem waren über 2000 Befunde in die Grabungsprotokolle eingetragen worden. Das Grabungsteam entdeckte unter anderem zahlreiche Fische und Fledermäuse sowie ein mittelgroßes Krokodil. Besonders gut erhalten ist auch eine junge Schildkröte.

Die Grube Messel ist seit 1995 als Welterbestätte der UNESCO anerkannt und ermöglicht aufgrund der exzellent erhaltenen Versteinerungen im Ölschiefer einmalige Einblicke in die Welt vor rund 47 Millionen Jahren.

Einer der Säugetierfunde dieses Jahres war ein mittelgroßer Insektenfresser mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Macrocranion tupaiodon (Foto oben). Die Art gehört zu den häufigsten Säugetieren in Messel und kommt auch an gleich alten Fossilfundstätten in Europa und den USA vor.

Aber nur dank der gut erhaltenen Messel-Exemplare ist einiges über ihre Lebensweise bekannt. So wissen die Forscher durch Mageninhalte in den Versteinerungen, dass Macrocranion neben Insekten auch Fische und anderes verspeiste.

Senckenberg-Grabung in der Grube Messel. Foto: S. Wedmann

Das Team des Forschungsinstituts Senckenberg nutzt für die Grabungssaison den Sommer. Von Ende April bis Anfang Oktober ist es – mit kurzen, meist wetterbedingten Unterbrechungen – mit der Bergung von Funden beschäftigt.

Danach beginnt die Auswertung. Erst im Winter können die neuen Funde nach und nach genauer untersucht und präpariert werden.

Quelle: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

(02.10.2013)