www.stone-ideas.com

Glasscheiben mit Steinfotos als Fassade der Folkwang-Bibliothek in Essen

Max Dudler: Folkwang Bibliothek, Essen.

(Oktober 2013) Dass Naturstein als prägendes Material für Frontseiten von Gebäuden verwendet wird, kommt häufig vor. Dass aber für die Gestaltung einer Fassade ein Steinbruch herangezogen wird, ist sehr ungewöhnlich.

So hat es der Architekt Max Dudler beim Neubau der Folkwang Bibliothek in Essen gemacht, und ungewöhnlich war dabei auch, dass der Architekt einen Fotografen an der Fassadengestaltung mitwirken ließ: Stefan Müller, der üblicherweise die Neubauten von Dudler ablichtet, wurde in den Trosselfels-Steinbruch der Firma Hofmann Naturstein geschickt.

Aus seinen Fotos wurden die Motive ausgewählt, die nun, mit einem speziellen Verfahren auf das Glas aufgebracht, die Fassade der Bibliothek zieren.

Aus seinen Fotos wurden dann die Motive ausgewählt, die nun, mit einem speziellen Verfahren auf das Glas aufgebracht, die Fassade der Bibliothek zieren.

Es handelt sich um 12 Steinbruch-Motive, die nach einem bestimmten Muster über die 4 Geschosse verteilt sind.

Wobei noch eine Besonderheit zu erwähnen ist: es handelt sich um 12 Steinbruch-Motive, die nach einem bestimmten Muster über die 4 Geschosse verteilt sind – 12 ist eine magische Zahl in der Musik, zum Beispiel angesichts der 12 Halbtonschritte innerhalb einer Oktave. Denn die Folkwang Bibliothek ist die zentrale musikwissenschaftliche Bibliothek des Ruhrgebiets.

Eine ungewöhnliche Fassade für den Neubau zu wählen, ergab sich quasi aus dem Standort. Denn das Gebäude war in den historischen Rahmen einer ehemaligen Benediktinerabtei einzugliedern, die um einen Innenhof angelegt ist.

Eine ungewöhnliche Fassade für den Neubau zu wählen, ergab sich quasi aus dem Standort. Denn das Gebäude war in den historischen Rahmen einer ehemaligen Benediktinerabtei einzugliedern, die um einen Innenhof angelegt ist.

In einer Pressemitteilung schreibt der Architekt, er habe ein Bauwerk nach der Art eines „Schmuckkästchens“ errichten wollen: eine viel versprechende äußere Hülle umgibt einen inneren Kern von großem Wert. Von der Form her kann man das Gebäude tatsächlich wie eine Box sehen.

Die Steinfotos auf den Glasscheiben sind nicht nur Dekor, sondern haben auch eine Funktion: sie tauchen das Innere der Bibliothek in ein „gefiltertes, weiches Licht“, wie der Architekt schreibt.

Die Steinfotos auf den Glasscheiben sind nicht nur Dekor, sondern haben auch eine Funktion: sie tauchen das Innere der Bibliothek in ein „gefiltertes, weiches Licht“, wie der Architekt schreibt. Außerdem: „Schemenhaft sind Menschen hinter der Fassade zu sehen.“ Dudler hat schon häufiger mit transparentem Dünnstein etwa für Leuchten experimentiert.

Abends bekommt das Gebäude schließlich ein ganz eigenes Leben.

Abends bekommt das Gebäude schließlich ein ganz eigenes Leben.

Folkwang Bibliothek

Max Dudler

Hofmann Naturstein

Fotos: Stefan Müller

Max Dudler: Folkwang Bibliothek, Essen.

(15.10.2013)