www.stone-ideas.com

Weltverbrauch an Naturstein steigt weiter

Wie manche Pflanzen weiß auch die Steinbranche sich an harte Umstände anzupassen.

(November 2013) Wer als Natursteinproduzent oder -händler seine Kunden weltweit verteilt hat, hat gute Chancen, auch große Krisen zu überstehen. Das kann man aus dem aktuellen Statistik-Jahrbuch „XXIV Report Marble and Stones in the World“ von Dr. Carlo Montani entnehmen: trotz schwerer Krise in den USA und anhaltender Euro-Schwäche in Europa stieg der weltweite Verbrauch an Naturstein von 0,7095 Milliarden Quadratmetern (im Jahr 2001) auf 1,350 Milliarden Quadratmeter (im Jahr 2012) (siehe Tabelle). Zugrunde gelegt sind diesem rechnerischen Wert Steinplatten mit einer Dicke von 2 cm.

Umgerechnet auf den Pro-Kopf-Verbrauch der Weltbevölkerung ergab sich im selben Zeitraum eine Steigerung von 117 (Quadratmeter pro 1000 Einheiten) auf 215.

Entsprechend entwickelten sich die Produktionszahlen: Im Jahr 2012 erreichten sie 123,5 Millionen t. Brutto, also mitsamt allem Abfall aus den Steinbrüchen, waren das 252,5 Millionen t. Nach der Verarbeitung, also dem Zersägen zu Platten und weiteren Schritten, blieben 72,87 Millionen t übrig, die für den Verkauf an den Kunden zur Verfügung standen. Die Nettoproduktion stieg über das vergangene Jahrzehnt um jährlich 7 Punkte.

Der Autor, der für sein Statistik-Jahrbuch auf Italienisch und Englisch die Daten der nationalen Behörden und Verbände auswertet, hebt hervor, dass der internationale Austausch, also Import und Export zusammengerechnet, zuletzt 52 Millionen t erreichte und damit erstmals die Marke von 50 Millionen t überschritt.

Auch weist er darauf hin, dass weiterhin in der Steinbranche Produktion und Verarbeitung vielfach weit voneinander entfernt geschehen: inzwischen machen Rohmaterialien 52,3 % des internationalen Austauschs aus. Seit einigen Jahren werden die Blöcke aber nicht mehr in Europa, vor allem in Italien, zersägt, sondern hauptsächlich in China.

Sonderauswertung Brasilien

Eine Sonderauswertung der Statistiken hat Montani diesmal für Brasilien vorgelegt. Dass er diesem Teil seines Jahrbuchs den Titel „Brasilien: in Sachen Stein im Westen führend“ gegeben hat (was eine arge Übertreibung ist), kommt dadurch zustande, dass er die Türkei Asien zugeschlagen hat, und ist vielleicht der Tatsache geschuldet, dass der brasilianische Verband Abirochas erstmals als Sponsor bei dem Zahlenwerk mitmachte. Siehe Tabelle unten.

Am Rande erwähnt er die gefährliche Monokultur, in der sich die Steinbranche des größten Landes Lateinamerikas befindet: für verarbeitete Produkte hat es praktisch nur einen einzigen Abnehmer, nämlich die USA und die Nachfrage nach Küchenarbeitsplatten dort; der Export von Rohblöcken geht fast vollständig nach China.

Bestellen/Download

(09.11.2013)