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Natursteinfassade für Wohnhochhaus am Berliner Alexanderplatz

Das neue Wohnhochhaus am Berliner Alexanderplatz. Rendering: Hines Immobilien GmbH

(Januar 2014) Richtig viel Naturstein wird bei dem neuen Hochhaus am Berliner Alexanderplatz zum Einsatz kommen. Denn es ist 150 m hoch und soll eine Fassadenverkleidung aus eben dem Material tragen. Zudem handelt es sich um ein Wohngebäude, bei dem man angesichts der Lage im Berliner Stadtkern von einer opulenten Innenausstattung für die rund 300 Eigentumswohnungen ausgehen kann. Schließlich soll auf den unteren Etagen ein Designhotel einziehen.

Die Gesamtgrundfläche des Turms mit 39 Stockwerken wird mit 48.000 m² beziffert. Er wird etwa die Höhe des Funkturms in Berlin-Charlottenburg haben (146,8 m). Zum Vergleich: der Fernsehturm unweit des Alexanderplatzes reckt sich 368 m in die Höhe. Als Baubeginn ist 2015 geplant. 2018 könnte Fertigstellung sein.

Architekt ist Frank O. Gehry, der unter anderem mit seinem Entwurf für das Guggenheim-Museum in Bilbao berühmt wurde. Bauherr ist der Immobilien-Entwickler Hines mit Hauptsitz in Los Angeles. Der Chef von dessen Deutschland-Vertretung betonte bei der Präsentation des Projektes mit einem Investitionsvolumen zwischen 200 und 250 Millionen €: „Wir wollen etwas Neues und Außergewöhnliches wagen.“

Markant ist die Form des Gebäudes: es ist in der Senkrechten in 3 Stufen geteilt, die gegeneinander verdreht sind. Die Jury des internationalen Wettbewerbs lobte die markante Form und auch „das mineralische Material, das für die Fassade gewählt wurde“.

Damit ist die Naturstein-Verkleidung der Fassade gemeint. Angesichts der Farbe im Rendering und dem ausdrücklichen Bezug auf die Berliner Innenstadt kann es sich nur um Kalkstein oder Sandstein handeln: Kalkstein ziert wichtige Fassaden am Alexanderplatz, etwa beim Alexander- und Berolina-Haus (um 1930) von Peter Behrens oder bei der Außenhaut der Galeria-Kaufhof von Josef Paul Kleihues (2005).

Sandstein findet man am Konzerthaus am Gendarmenmarkt unter anderem als Postaer, Cottaer und Reinhardtsdorfer. Auch in den Fassaden auf der Museumsinsel gibt es zahlreiche Sorten, nicht zu vergessen: das Brandenburger Tor ist aus Sandstein gebaut und ebenso der Reichstag.

Die Gewinnerentwürfe des Wettbewerbs sind noch bis zum 12. Februar in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Erweiterung des Lichthofs, Köllnischer Park 3, 10179 Berlin, Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Ausführliche Darstellungen zu Natursteinen in der Berliner Innenstadt zwischen Alexanderplatz und Großem Stern findet man in dem Buch „Naturwerksteine in Architektur und Baugeschichte von Berlin“ (Hrsg. Johannes H. Schroeder, Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg, 2. Auflage, Berlin 2006, ISBN 978-3-928651-12-7, 12,50 €).

Hines ist eine der großen Firmen im internationalen Immobiliengeschäft. Zu Projekten in Deutschland zählen die Upper Eastside Unter den Linden mit Travertinfassade, das Benrather Karree in Düsseldorf, die Uptown und Hofstatt in München und das Postquartier in Stuttgart.

Wohnhochhaus Alexanderplatz

(29.01.2014)