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Verwaltungsgebäude in Pietermaritzburg: die Geologie Südafrikas in der Fassade

ICA Architects & Urban Designers: Ingonyama Trust Board.

In der Stadt Pietermaritzburg in Südafrika hat der Ingonyama Trust seinen Hauptsitz. Die Organisation erledigt soziale Aufgaben und die Verwaltung von Grund und Boden, der traditionell dem König der Zulu-Nation gehört.

Als Sitz des obersten Gremiums des Trusts, dem seit 1968 König Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu vorsteht, hat die Organisation vor einer Weile die Villa Sans Souci in Pietermaritzburg erworben, ein architektonisches Schmuckstück aus dem Jahr 1884.

Das Bauwerk, ehemals arg heruntergekommen, und ebenfalls das Gelände, auf dem es steht, zählen zu den Nationaldenkmalen der Republik Südafrika.

Soweit der Hintergrund, vor dem die Bauaufgabe zu erledigen war, nämlich die Villa zu restaurieren und ihr zusätzlich ein neues Verwaltungsgebäude an die Seite zu stellen.

Die Planer von ICA Architects & Urban Designers gestalteten den Neubau mit viel Bezug zur Geologie des Landes: für die Außenwände wählten sie leuchtend gelb bis rot gefärbten Schiefer. Die Form des Gebäudes ist ein einfacher, langgezogener Quader, so dass die verspielt gestaltete Villa nebenan nichts von ihrer Wirkung verliert.

ICA Architects & Urban Designers: Ingonyama Trust Board.

Drei Geschosse ist der Büroneubau hoch. Ebenso hoch waren die Schieferplatten zu stapeln. Zwar sind sie an eine Backsteinmauer mit Beton- und Stahlkern angeklebt. Um aber thermische Bewegungen auszugleichen, sichern Stahlwinkel in regelmäßigen Abständen die Steinstapel.

Das Gewicht des Steins beträgt 150 kg pro Quadratmeter Fläche. Bei einer Länge von 64 m kommt da einiges an Last zusammen.

Das Stapeln des Schiefers geschah in Handarbeit vor Ort. Zum Befestigen an der Rückwand kam ein spezieller Kleber der Firma TAL zum Einsatz.

Aus der Ferne betrachtet erinnert der Neubau an traditionelle Bauten im Landesinneren. Jedoch ist nur die Nord- und Südfassade mit Stein verkleidet.

ICA Architects & Urban Designers: Ingonyama Trust Board.

Die beiden Schmalseiten haben Glasfronten. Markant sind hier wiederum die drehbaren und hohen Jalousien: ihre Farbe und die Länge ihrer Holzstäbe nimmt Bezug auf die beiden Langseiten des Gebäudes.

ICA Architects & Urban Designers: Ingonyama Trust Board.

Sehr afrikanisch wirkt also der Neubau. Ganz anders hingegen die alte Villa: sie war für einen Geschäftsmann errichtet worden, der sich für das Vorhaben einen Architekten aus Deutschland sowie Handwerker aus Frankreich und Italien geholt hatte. Ihr Stil ist der deutsche Neoklassizismus.

ICA Architects & Urban Designers: Ingonyama Trust Board.

Ismail Cassimjee von ICA Architects, der die Federführung bei Neubau und Restaurierung innehatte, hatte nicht nur damit zu kämpfen, dass es keinerlei Pläne gab.

Auch stammte die Ausstattung fast komplett aus Europa, wo die Einzelteile per Katalogbestellung gekauft worden waren: „Alles wurde per Schiff hergeholt und hier zusammengesetzt. Heutzutage würde man das als Systembauweise bezeichnen – die viktorianische Zeit war sehr gut darin“, zitiert ihn eine Zeitung.

ICA Architects & Urban Designers (Mail)

Ingonyama Trust Board

Fotos: ICA Architects & Urban Designers

ICA Architects & Urban Designers: Ingonyama Trust Board.ICA Architects & Urban Designers: Ingonyama Trust Board.(09.02.2014)