„Mac Mica“, Granit aus Schottland; Höhe 30 cm, 1997.

Er hat nichts als Köpfe im Kopf, könnte man sagen. Jedenfalls wird aus jedem Stein, den der Bildhauer und Maler Bernhard Nürnberger irgendwo findet, ein Kopf. Anders ausgedrückt: Wenn der Stein, der so da liegt, ihn nicht schon als Kopf anspricht, nimmt er ihn gar nicht erst mit. Er selbst nennt seine Kunstwerke Kopfstücke.

Besonderheit bei der Arbeit von Nürnberger ist, wie er das Fundstück bearbeitet. Wenn er dem Stein ein Gesicht aufzuprägt, lässt er die vorgefundene Form mitsprechen.

„Der Stein bleibt dominant“, erläutert er seine Leitlinie. Und fügt hinzu: „Ich finde es auch gut, dass ich mich da nicht so in den Vordergrund stelle.“ Das unterscheidet ihn von vielen Künstlern, ebenso wie seine Art, mit Interessenten zu reden, genauer: ihnen zuzuhören.

„Nereide“, Glimmerschiefer aus der Bretagne, Augenlider: recente Muscheln, Höhe 29 cm, 2006.

Die „Dominanz des Steins“ (Nürnberger) ist jedoch keineswegs eine unumstößliche Doktrin. Viele Stücke nämlich hat er komplett umgeformt, in anderen sind Teile aus  anderem Gesteinsmaterial hinzugefügt.

Zu sehen sind die Kopfstücke in einer Dauerausstellung in der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin. Im Rahmen der Berliner Langen Nacht der Wissenschaften am 13. Juni gibt es Führungen durch die Ausstellung (1, 2).

Skulpturen-Seite auf Bernhard Nürnbergers Homepage

„Lord Culzean“, schottische Basaltlava, eingesetztes Auge aus Alabaster und Kiesel, 2008.„Glimmerschiefer Blick“, Glimmerschiefer aus Schottland, mit eingesetzten Augen aus Alabaster und Tuff, Höhe 30 cm, 1997/2004.Bernhard Nürnberger.