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Architektur mit Naturstein: die Leichtigkeit des Steins wegen (!) seines großen Gewichts


Latest news: workshop about Stereotomie (see below)

Giuseppe Fallacara fasst manchmal sehr komplexe Zusammenhänge in einem einzigen Satz zusammen. „Man kann mit Hilfe des Gewichts von Naturstein den Bauten eine große Leichtigkeit geben“, ist solch eine Maxime, die der Professor für Architektur am Politecnico im süditalienischen Bari verfolgt.

Fallacara hat zusammen mit weiteren Autoren in englischer Sprache ein Buch dazu verfasst („Stereotomy. Stone Architecture and New Research“, Presses des Ponts, Paris, 2012, ISBN 978-2-85978-468-3).

Möglich sind nach diesem Konzept zum Beispiel moderne und spektakuläre Konstruktionen wie die Treppe (siehe oben), gezeigt 2012 auf der Marmomacc.

Jedoch geht die Idee auf alte Techniken der Architektur zurück. Allerdings werden diese von ihrer statischen Seite her neu durchgerechnet und bekommen durch Zuhilfenahme von Technik neue Möglichkeiten.

Eine Weiterentwicklung des uralten Brückenbogens ist Fallacaras „Flex Bridge“: hier sind die Einzelsteine auf der Oberseite mit Glasfaser und Harz miteinander verbunden.

Zum Beispiel: eine Weiterentwicklung des uralten Brückenbogens ist Fallacaras „Flex Bridge“, die 2013 auf der Marmomacc zu sehen war: hier sind die Einzelsteine auf der Oberseite mit Glasfaser und Harz miteinander verbunden.

Erst beim Anheben dieser lockeren Kette bildet sich der Bogen heraus. Er ist dann aber so stabil, dass man ihn zum Beispiel mit einem großen Kran oder einem Hubschrauber in ein Tal einheben und dort in die Widerlager einer Brücke einsetzen könnte.

Erst beim Anheben dieser lockeren Kette bildet sich der Bogen heraus. Er ist dann aber so stabil, dass man ihn zum Beispiel mit einem großen Kran oder einem Hubschrauber in ein Tal einheben und dort in die Widerlager einer Brücke einsetzen könnte.

Also: zwei von Fallacaras Bögen, beide in Widerlager eingesetzt, eine Fahrbahndecke drüber – fertig wäre eine Brücke vielleicht in einer unzugänglichen Gebirgslandschaft.

Am Einsatzort resultiert die Tragfähigkeit der Konstruktion allein aus dem Gewicht der Steine und der Rundung. Vorher übernehmen Harz und Glasfaser die Funktion von Montagegerüst und Schlussstein. Das Konzept wurde an der Queen’s Universität in Belfast entwickelt und ist patentiert.

Bei manchen Bauten, hier der Kuppel „Sphera“, sind die Einzelteile sehr anspruchsvoll.

Bei manchen Bauten, hier der Kuppel „Sphera“, sind die Einzelteile sehr anspruchsvoll.

Eins ist klar: die einzelnen Steine müssen exakt zueinander passen.

Eins ist klar: die einzelnen Steine müssen exakt zueinander passen.

Insofern spielt das Können der Steinmetze bei den in dem Buch vorgestellten Projekten immer eine entscheidende Rolle.

Insofern spielt das Können der Steinmetze bei den in dem Buch vorgestellten Projekten immer eine entscheidende Rolle.

Zum Knowhow der Steinmetze kommen aber immer Wissenschaft und Technik hinzu.

Bei diesen Bögen haben die Einzelteile an zwei Seiten Wellenform. Das hält sie zusätzlich an ihrem Platz. Außerdem: durch die Einzelsteine im Bogen verläuft ein Stahlseil, das unter Spannung gesetzt wird.

Bei diesen Bögen, aus denen zum Beispiel eine Halle entstehen kann, haben die Einzelteile an zwei Seiten Wellenform. Das hält sie zusätzlich an ihrem Platz. Man könnte sagen: allein auf das Gewicht des Steins, wie es unsere Vorfahren tun mussten, will sich Fallacara nicht verlassen.

Außerdem: durch die Einzelsteine im Bogen verläuft ein Stahlseil, das unter Spannung gesetzt wird.

Solch eine gespannte Konstruktion kommt auch bei dem schiefen Obelisk zum Einsatz. Er könnte zum Beispiel als Zeiger einer Sonnenuhr dienen.

Solch eine gespannte Konstruktion kommt auch bei dem schiefen Obelisk zum Einsatz. Er könnte zum Beispiel als Zeiger einer Sonnenuhr dienen.

Schließlich das Gewölbe als Erweiterung des Bogens.

Schließlich das Gewölbe als Erweiterung des Bogens.

Fallacara zeigt im Buch das Wohnhaus „Domus Benedictae“ in Süditalien, bei dem solch eine Konstruktion im Sommer für einen Luftzug und eine angenehme Kühlung sorgt.

Fallacara zeigt im Buch das Wohnhaus „Domus Benedictae“ in Süditalien, bei dem solch eine Konstruktion im Sommer für einen Luftzug und eine angenehme Kühlung sorgt.

Zudem hat die mehrgeschossige Halle eine außergewöhnliche Raumwirkung.

Zudem hat die mehrgeschossige Halle eine außergewöhnliche Raumwirkung.

Im „Ardito House“ ist die Überdachung der Veranda ebenfalls mit einem Gewölbe gestaltet.

Im „Ardito House“ ist die Überdachung der Veranda ebenfalls mit einem Gewölbe gestaltet.

Giuseppe Fallacara.

„Stereotomy. Stone Architecture and New Research“, Giuseppe Fallacara, Presses des Ponts, Paris, 2012, ISBN 978-2-85978-468-3.

Atelier Fallacara d’Architettura

Latest news: „Stéréotomie – les pratiques anciennes et nouvelles“ is the title of a workshop to be held in the Carrières Saint Maxim (Picardie) from June 28 until July 4, 2014. Languages will be French, English and Italian, participants are students of architecture and people interested in stone. Giuseppe Fallacara will be one of the teachers. More information: pdf.

(14.03.2014)