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Beatriz Cunha: „Organe mit Bezug zur Anatomie und manchmal auch zur Kunstgeschichte oder Musik“

Beatriz Cunha: „Herz“, Kalkstein.

Beatriz Cunha schrieb uns auf unsere Fragen: „Es sind die leeren Räume, in denen ich mich wiederfinde, die Verdrehungen der Form, die Repräsentation unserer Evolution als Wesen mit Bewusstsein. Daher das Verdrehen und Perforieren der Gestalten, durch den Stein, in den Körper hineinschauend, die allegorisch gemeinte Darstellung der Organe, mit Bezügen manchmal zur Anatomie und in anderen Fällen auf die Kunstgeschichte oder die Musik.“
Beatriz Cunha: „Kondylos“, Marmor.

Beatriz Cunha: „Tubiporos“, Marmor.

„Auf den ersten Blick sehen meine Werke in der Tat so aus, als wären sie von der Natur inspiriert, und sie sind es auch in gewissem Maße. Aber eigentlich entstehen sie aus meiner inneren Besorgnis um die menschliche Natur und um das Verhältnis zwischen Natur, Geist und unserer Rolle als menschliche Wesen im Universum.“

Beatriz Cunha: „Kolyledon“, Marmor.

Beatriz Cunha: „Methabase“, Marmor.

„Das unendlich Kleine mit dem unendlich Großen zu vergleichen, den Ort, an dem wir leben, in Beziehung zu setzen mit der Rolle, die wir als Art spielen, das in einem Gleichgewicht, das durch unsere Anwesenheit gestört ist.“

Beatriz Cunha: „Fetus“, Marmor.

„Die Herausforderung, mich auf unterschiedliche Materialien einzulassen, war und ist mir immer ein Teil des Vergnügens, das mir die Arbeit gibt… Ich mag es, physische Energie anzuwenden, um meine Werke auszuführen – wahrscheinlich wähle ich deshalb immer wieder Stein. Denn er ist gegenüber Eingriffen sehr widerstandsfähig, da wird es zu einer großen Herausforderung, eine Idee unzusetzen, und diese Herausforderung wiederum brauche ich, um sowohl meine physischen als auch meine kreativen Kräfte herauszulassen.“

Beatriz Cunha: „Niere“, Holz.

Beatriz Cunha stammt aus Lissabon und studierte dort. Schon im Kindergarten habe sie Objekte mit den Händen geformt, schreibt sie uns. Die Eltern hätten ihr bei der Entwicklung ihrer Kreativität freien Raum gelassen. Während einer kurzen Zeit in Afrika habe sie den Blick auf die Natur gelernt. Ihre künstlerische Karriere begann mit Schmuckdesign, in den 1990ern kam sie zur Bildhauerei.

Beatriz Cunha

Fotos: Beatriz Cunha

Beatriz Cunha.

(19.03.2014)