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Italiens Natursteinbranche: stark bei Endprodukten aus Marmor

Eine Stärke von Italiens Natursteinbranche ist der Mut zu Lösungen über das Gewöhnliche hinaus: auf der Marmomacc 2006 hatte der Firmenverbund aus dem Chiampo-Tal (Consorzio Marmisti Chiampo) die Standorte seiner Mitglieder in heimischem Stein dargestellt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann die italienische Natursteinbranche ihre Zahlen für das Jahr 2013 betrachten: Einerseits erzielte sie Steigerungen im Export, dies vor allem bei Endprodukten. Andererseits gingen die Importe von Granitblöcken weiterhin zurück.

Dahinter stecken 2 generelle Entwicklungen: zum einen hat Italien es geschafft, mit hochwertigen Erzeugnissen auf die Krisen der vergangenen Jahre zu reagieren. Zum anderen geht das weltweite Geschäft der Verarbeitung von Rohmaterialien und des Handels damit immer mehr an Italien vorbei.

Nach den aktuellen Zahlen der Internationale Marmi e Macchine Carrara (IMM) erreichte Italien 2013 bei den Endprodukten aus Marmor eine Steigerung um +10,6% nach Wert und um +4,4% nach Tonnage. Erreicht wurden in der Summe 901,6 Millionen € beziehungsweise 924.425 t. Die Zahlen basieren auf den Daten des italienischen Statistikinstituts Istat. Ermittelt haben die IMM-Spezialisten die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.

Über alle Steinsorten betrachtet, erzielte das Land eine Exportsteigerung um +6,73% nach Wert und +2,24% nach Tonnage. Das waren in der Summe 1,932 Milliarden € beziehungsweise 4,272 Millionen t.

Die Tabelle zeigt die Entwicklung bei den Ausfuhren von Marmor-Endprodukten seit dem Jahr 2000. Festzuhalten ist, dass der statistische Durchschnittswert pro Tonne exportiertes Material (roh und verarbeitet) zuletzt bei 580,6 € lag. Das war ein um +5,5% besseres Ergebnis als im Vorjahr. Bei der Wertschöpfung aus dem Material liegt Italien weit vor den Konkurrenten.

Wichtigstes Abnehmerland waren im vergangenen wieder die USA (363 Millionen €, +27,5%). Bei Deutschland (150 Millionen €), war ein Rückgang zu verzeichnen (-10,5%). Die IMM-Statistiker merken an, dass die Deutschen ihre Einkäufe von Stein offenbar mehr in China tätigen – das bestätigt den oben genannten Trend, dass das Granitgeschäft sich außerhalb von Italien abspielt.

An 3. Stelle bei den Abnehmern lag China mit 134 Millionen € (+12,8%). Marmorblöcke und -platten machten hier den Löwenanteil (107 Millionen €) aus.

Die Verkäufe in den Mittleren Osten stiegen nach Wert um +10,3% auf 255,5 Millionen €. Herausragend war Qatar, wohin die Lieferungen auf 49 Millionen € stiegen und sich damit verdreifachten.

Von jenseits des Mittelmeers kam aus Tunesien und Libyen wieder eine stärkere Nachfrage (93,5 Millionen €, +15,5%).

Die Tabelle zeigt Italiens Einfuhren. Deutlich rückläufig waren, wie schon in den Jahren zuvor, die Importe von Rohblöcken aus Granit.

Die Importe von Marmorblöcken stiegen insgesamt um +5,3% nach Wert und blieben nach Tonnage weitgehend konstant (+0,9%).

Offenbar hat Italien 2 neue Bezugsquellen aufgetan: die Einfuhren aus Kroatien stiegen um +47,5% auf 8,6 Millionen €, die Einfuhren aus Namibia um +37,3% auf 8,2 Millionen €. Sie lagen damit ähnlich hoch wie die Lieferungen aus der Türkei (9 Millionen €, +5,7%).

Carrara Marmotec, 21.-24. Mai 2014

Marmomacc Verona, 24.-27. September 2014

(07.04.2014)