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Naturstein-Mauern stemmen sich gegen den Wind im Himalaya

Unser Foto zeigt den Nilgiri-Nord im Himalaya, 7061 m hoch und im Annapurna-Massiv gelegen. Jedoch geht es hier nicht um diesen Berg, sondern um das niedrige Gebäude auf dem Foto links unten, das sich kaum aus der Felswüste heraushebt – Reisende, die es aus der Nähe gesehen haben, bezeichnen es dennoch gern als „die schönste Radiostation der Welt“. Von dort sendet die Mustang Broadcasting Community Nachrichten und Bildung für die Bevölkerung vor Ort oder informiert Bergsteiger über die aktuellen Wetterbedingungen. „Mustang“ ist der Name des Distrikts an der Grenze zu Tibet.

„Himalesque“ hat der Architekt Professor Kim Incheurl seinen Entwurf für die Radiostation genannt: „Himal“ ist Nepali und bedeutet Bergmassiv. Ganz auf die Gegebenheiten vor Ort ist die Anlage ausgelegt: denn ein Kennzeichen im Hochgebirge ist der schneidende Wind, der immer weht.

Von dort sendet die Mustang Broadcasting Community Nachrichten und Bildung für die Bevölkerung vor Ort oder informiert Bergsteiger über die aktuellen Wetterbedingungen. „Mustang“ ist der Name des Distrikts an der Grenze zu Tibet.

Ihm stemmen sich die 40 cm dicken Außenmauern entgegen, die die Anlage umgeben. Sie bestehen aus Steinbrocken, wie sie überall auf der Ebene in knapp 3000 m Höhe mit der Stadt Jomsom und der Radiostation herumliegen. Zusammengemauert sind die Brocken mit Beton, den die Arbeiter vor Ort und von Hand angemischt haben.

Glasfenster sind in die Mauern des Zugangs eingelassen, um die Gänge optisch zu öffnen.

Glasfenster sind in die Mauern des Zugangs eingelassen, um die Gänge optisch zu öffnen.

Die Wände im Inneren umschließen einen großen Innenhof mit dem Sendemast und mit nach Landessitte bunten Fähnchen daran.

Betonsäulen tragen hier das Dach.

Die Wände im Inneren umschließen einen großen Innenhof mit dem Sendemast und mit nach Landessitte bunten Fähnchen daran. Auf die Tücher werden Gebete geschrieben, die der Wind mitnimmt. Betonsäulen tragen hier das Dach.

Die Decke besteht aus Steinplatten und armiertem Beton darüber.

Die Decke besteht aus Steinplatten und armiertem Beton darüber.

Neben dem zentralen Innenhof gibt es noch einige kleinere Höfe, über die natürliches Licht in die Räume fällt.

Neben dem zentralen Innenhof gibt es noch einige kleinere Höfe, über die natürliches Licht in die Räume fällt. Fenster aus Holz und Sitze aus roh behauenen Baumstämmen bringen hier etwas Wärme in die frostige Steinatmosphäre.

Im Inneren gibt es einen weiteren Typ von Steinmauern: flache Lagen ziehen hier gerade Linien über die Wände.

Im Inneren gibt es einen weiteren Typ von Steinmauern: flache Lagen ziehen hier gerade Linien über die Wände.

So auch an der Decke im Theater- oder Konzertsaal.

So auch an der Decke im Theater- oder Konzertsaal.

Die Station entstand mit einer Förderung in Höhe knapp 1 Million US-$ seitens der staatlichen Korean International Kooperation Agency und Lafuma, einer Marke für Sportmode. Der Architekt, emeritierter Professor der Chung-Ang University in Koreas Hauptstadt Seoul und Inhaber des Büros Archium, hatte vorher nicht mit Stein gearbeitet, wie er uns schreibt: „Für die Radiostation aber habe ich ganz auf lokale Materialien und das Knowhow der Menschen dort zurückgegriffen.“

Das gilt auch für den großen Tisch in einem der Räume: es ist ein nur grob bearbeitetes Fundstück aus der Gegend. Gneiss ist das Material.

Das gilt auch für den großen Tisch in einem der Räume: es ist ein nur grob bearbeitetes Fundstück aus der Gegend. Gneiss ist das Material.

Und wie sieht mit einer Heizung aus? Gibt es nicht, schreibt Kim Incheurl zurück: Heizen ist nur, wenn gekocht wird.

Aber tagsüber, wenn die Sonne vom Himmel brennt, wärmt sich die Steinmasse auf, so dass die Temperaturen im Inneren davon etwas abbekommen.

Die technische Ausstattung der Station sei auf dem modernsten Stand, schreibt die lokale Presse. Die Mustang Broadcasting Community sendet übrigens auf 98.8 MHz.

Die Bauarbeiten führte die koreanische Firma Sambu mit Sitz in Nepal aus.

Archium

Fotos: Jun Myung-jin

„Himalesque“.„Himalesque“.„Himalesque“.„Himalesque“.(13.07.2014)