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Poren im Naturstein für das Produktdesign: Wasseraufnahme als reine Freude

Ein fürchterliches Wort: Wasseraufnahmekoeffizient. Es benennt, wie viel Wasser zum Beispiel Naturstein in einer bestimmten Zeit aufnehmen kann. Der Wert je nach Steinsorte ergibt sich aus der Anzahl der Poren, ihrer Größe usw.

Mit dieser Fähigkeit zur Wasseraufnahme haben der japanische Designer Tadahito Ishibashi und sein Assistent Kent Ito von der IDL Corporation gespielt und einen Luftbefeuchter aus Granit entwickelt. Die Idee wurde mit einem der diesjährigen IF-Design-Preise in der Kategorie Produktdesign ausgezeichnet.

Tadahito Ishibashi: „Natural Humidifier“. Foto: IDL Corporation

Alles an dem Luftbefeuchter ist einfach: „Natural Humidifier“ (Natürlicher Luftbefeuchter), heißt er, die konzentrischen Linien auf der Oberfläche schaffen Berge und Täler und geben so dem Wasser die Gelegenheit, in mehr Poren einzudringen.

Natürlich kann man einen Luftbefeuchter auch mit Technik haben, als Verdampfer etwa oder als Verdunster an der Heizung. Allerdings brauchen diese Geräte im ersten Fall Strom und funktionieren im zweiten Fall nur, wenn die Heizung läuft.

Beim Luftbefeuchter aus Granit hingegen ist das Befüllen die einzige Art von Anstoß, die er für den Betrieb braucht. Allerdings sollte der Benutzer ein Gefühl entwickeln, wie viel Wasser er aufgießt. Denn wenn die Kanäle nur voll Wasser stehen, reduziert sich die Verdunstung wieder. Natürlich wird ein Untersetzer gebraucht.

Die Lösung für den Fall, dass sich im Dauerbetrieb Algen ansiedeln, ist einfach: eine Bürste. Die Funktionsfähigkeit des Steins wird für ewige Zeiten von der Natur garantiert.

Den Anstoß, Produktdesign mit Naturstein zu betreiben, bekam Tadahito Ishibashi von der Firma Okiseki, die den Luftbefeuchter herstellt und vertreibt. Sie war auf der Suche nach einer Verwendung für die Abfallstücke aus ihrer Fertigung von Grabmalen, die in Japan monumentale Größe erreichen können.

Der fünfjährige Seiyu Whang bei New Yorks erster Uchimizu-Zeremony im Sommer 2009 auf der Madison Avenue. Foto: © Rubenstein, photographer Martyna Borkowski / Wikimedia Commons

Anregen ließ sich Tadahito Ishibashi von der japanischen Tradition des Uchimizu: wenn es im Sommer richtig heiß ist, besprühen die Leute gerne in ihrer Wohngegend die Vorgärten oder Bürgersteige mit Wasser. Ziel ist, die Temperaturen im eigenen Haus und auch für die Nachbarn erträglicher zu machen.

Tadahito Ishibashi schrieb uns: „Ich habe vor, mehr moderne Gegenstände aus Granit zu entwickeln.“

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Tadahito Ishibashi. Foto: IDL Corporation(25.08.2014)