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EPD: ein Steckbrief, mit dem Naturstein seine ökologische Stärke unter Beweis stellen kann

Auf den ersten Blick sieht es mit vielen Fachbegriffen und vielen Tabellen fürchterlich kompliziert aus. Jedoch lässt sich die neue Umwelt-Produktdeklaration (EPD) für Naturstein auf einen einfachen Nenner bringen: sie bestätigt nun auch wissenschaftlich und mit exakten Daten wie ein Steckbrief, was die Branche schon immer wusste, nämlich dass Naturstein wirklich ein „grüner“ Baustoff ist. Das ist wichtig für den Markterfolg in der Konkurrenz mit anderen Materialien.

Erstellt wurde die EPD im Auftrag von Euroroc, dem Zusammenschluss der nationalen Natursteinverbände Europas.

Wichtig ist solch eine Umwelt-Produktdeklaration für jeden Baustoff. Denn immer öfter wollen die Bauherren ihr Gebäude als möglichst positiv zum Beispiel in Sachen Ressourcenverbrauch herausstellen. Außerdem gibt es in der Europäischen Union den Trend, dem Verbraucher verlässliche Informationen zu einem Produkt an die Hand zu geben, auf dass er durch seine Kaufentscheidung einen Beitrag dazu leisten kann, dass zum Beispiel möglichst wenig Energie oder Wasser verbraucht wird.

Für viele Baustoffe gibt es bereits solche EPD-Steckbriefe, die zum gesamten Lebenszyklus eines Materials Daten erheben. Im Fall von Naturstein wird aufgelistet unter anderem der Energieverbrauch beim Abbau im Bruch (Strom, Diesel, Sprengstoff), dann bei der Verarbeitung (Zersägen der Blöcke, Polieren der Platten…) und schließlich bei der Installation vor Ort. Dazu kommt der Transport, der ein bedeutender Faktor besonders bei Materialien aus fernen Ländern sein kann.

Einbezogen werden auch Hilfsmittel wie Harze zum Imprägnieren oder Versiegeln. Akribisch geht es hier auch darum, ob sich in deren Chemie vielleicht Problemstoffe finden, wie diese wirken können und welchen (Energie-)Aufwand die Herstellung verlangt hat und die Entsorgung einmal verlangen wird.

Minutiös werden die Daten dazu gesammelt und in Listen eingetragen. Es versteht sich von selbst, dass für jede Steinsorte aus jeder Quelle eine eigene EPD gemacht werden muss, genauso wie später auch jedes Bauwerk seine individuelle Öko-Bewertung bekommt.

Euroroc-Geschäftsführer Professor Gerhard Merke gibt auf die Frage, ob die EPD nicht zu viel bürokratischen Aufwand für die Steinbranche bringe, eine strategische Antwort: „Naturstein kann nicht gegen die Marketingbudgets der Glas- oder Keramikindustrie gegenhalten.“

Merke stellt fest: „Die große Linie ist klar: auf lange Sicht sticht Naturstein alle anderen Baumaterialien aus.“

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(23.09.2014)