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Im neuen Business-Distrikt von Abu Dhabi gibt es eine grüne Oase mit Bezügen zur Wüste

Nach Art einer Wüste am Persischen Golf hat die US-amerikanische Künstlerin und Landschaftsarchitektin Martha Schwartz das grüne Zentrum im Distrikt Sowwah Square in Abu Dhabi gestaltet. Keineswegs hat sie dafür hohe Dünen in die Hauptstadt der Vereinten Arabischen Emirate geholt hat. Zweifellos aber kann man in den bepflanzten Hügeln zwischen den Büro- und Hotelhochhäusern die Vorbilder aus der Landschaft vor den Toren der Stadt erkennen.

Die Gestaltung macht jedoch auch unmissverständlich deutlich, dass Business der Zweck des Sowwah Square ist: man kennt solche Orte zum Beispiel aus New York City, wo sich die Beschäftigten aus den Hochhäusern zur Mittagszeit auf der Straße in die Sonne setzen und ein paar Atemzüge lang die frische Luft und die Sonne genießen.

Naturstein ist das prägende Element in Martha Schwartz’ Gestaltung.

Naturstein ist das prägende Element in Martha Schwartz’ Gestaltung.

Raffiniert hat sie Form und Funktion verknüpft. So bieten die übermannshohen Wüstenhügel auch Schutz vor dem Shamal-Wind, der häufig mit großer Kraft über den Golf weht.

Raffiniert hat sie Form und Funktion verknüpft. So bieten die übermannshohen Wüstenhügel auch Schutz vor dem Shamal-Wind, der häufig mit großer Kraft über den Golf weht.

Rund um die Hügel verlaufen steinerne Sitzbänke, so wie man es aus den Business-Vierteln im Westen kennt. In ihnen gibt es kleine Wasserläufe, deren Verdunstung das Mikroklima angenehmer macht.

Rund um die Hügel verlaufen steinerne Sitzbänke, so wie man es aus den Business-Vierteln im Westen kennt. Martha Schwartz gibt auch ihnen eine zusätzliche Funktion: in ihnen gibt es kleine Wasserläufe, deren Verdunstung das Mikroklima angenehmer macht. Stufen in diesen Kanälen nach Art der traditionellen Falaj-Bewässerungssysteme sorgen für Geplätscher und bieten Gelegenheiten zum Anfassen.

Einen zusätzlichen Bezug zu regionalen Traditionen stellt die Gesamtheit der Linien in verschiedenfarbigem Granit auf dem Boden dar. In ihnen kann man Anklänge an die Teppiche der Beduinen sehen.

Einen zusätzlichen Bezug zu regionalen Traditionen stellt die Gesamtheit der Linien in verschiedenfarbigem Granit auf dem Boden dar. In ihnen kann man Anklänge an die Teppiche der Beduinen sehen.

Der Ausschnitt aus einer Planzeichnung zeigt die Vielfalt der Steinsorten und der Oberflächen.

Der Ausschnitt aus einer Planzeichnung zeigt die Vielfalt der Steinsorten und der Oberflächen.

Die steilen Hügel erlauben, weit mehr Grün als auf ebener Fläche unterzubringen. Ausgewählt wurden die Arten nach ihrer Trocken- und Hitzetoleranz, Unempfindlichkeit und geringen Ansprüchen an die Pflege. Die Blätter und Blüten haben markante Farben.

Die Bäume sind eine Ficus-Art, die in ausgewachsenem Zustand ein Laubdach wie einen Sonnenschutz bildet. Da das Blattwerk erst in 3 m Höhe beginnt, bleibt die grüne Oase offen.

Der Sowwah Square ist ein Teil des Al Mariyah Island in Abu Dhabi, wo ein neues Stadtviertel mit Bürohochhäusern, Hotels, teuren Geschäften und Freizeiteinrichtungen entsteht. Dort sollen einmal 12.000 Personen ihren Beschäftigungen nachgehen. Im Jahr 2012 wurde Martha Schwartz’ Ort der Ruhe und Zurückgezogenheit mit 2,6 Hektar Fläche fertiggestellt. Das Projekt erreicht in Sachen Nachhaltigkeit die Bewertung LEED Gold.

Die Zugangsbereiche sind mit mittelhohem Gras bepflanzt, das den Blick in die Anlage freihält und zum Betreten einladen soll. Das Wiegen der Gräser im Shamal-Wind vermittelt eine besondere Stimmung.

Die Zugangsbereiche sind mit mittelhohem Gras bepflanzt, das den Blick in die Anlage freihält und zum Betreten einladen soll. Das Wiegen der Gräser im Shamal-Wind vermittelt eine besondere Stimmung. Die niedrigen Hecken rundherum findet man häufig in den arabischen Ländern.

Den Naturstein lieferte die italienische Firma Campolonghi. Die Gartenarbeiten hatte Desert Group, UAE übernommen.

Sowwah Square

Martha Schwartz Partners

Campolonghi

Fotos: Duncan Chard

Martha Schwartz: Sowwah Square, Abu Dhabi.(12.10.2014)