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Cersaie 2014: Keramiken im Riesenformat und Oberflächen zum Betasten

Nicht nur dass die Keramikfliesen immer größer und immer perfekter in der Nachahmung anderer Materialien werden. Auf der diesjährigen Messe Cersaie vom 22.-26. September in Bologna präsentierten zahlreiche Firmen Fliesen auch mit Oberflächen zum Anfassen.

Keramikplatten von 3,60 x 1,20 m Größe beziehungsweise 3,20 x 1,60 m waren an zahlreichen Ständen zu sehen. In der internationalen Ausgabe des Magazins „Cer“ (Nummer 34) schreibt der italienische Keramikverband, dass die Branche bei ihren Großprodukten sogar „bis zu 5 m in der Länge“ erreiche.

Vielfach hatten die Aussteller an ihren Ständen rechteckige Portale aufgebaut, die die Dimensionen der Platten eindrucksvoll zur Wirkung brachten.

Die Branche habe für solche Riesenflächen „Dicken von 30 mm in der Pipeline, die ideal für Arbeitsplatten in Küchen und Badezimmern sein werden“, so das Magazin „Cer“.

Mehr als in den Jahren zuvor gab es Marmor-Imitationen. Die Technik der Keramikherstellung ist inzwischen so weit entwickelt, dass sie die natürlichen Variationen im Naturstein perfekt nachahmen kann.

Am Stand der spanischen Firma Todagres erfuhren wir, dass das Unternehmen für seine keramische Imitation von Marmor rund 70 Varianten hat.

Die spanische Firma Thesize zeigte ihren Engineered Stone namens Neolìth als Book-match.

Die italienische Firma Emilceramica hatte ihren Stand unter das Motto „Vie della Pietra – la pietra secondo Emilceramica“ (Wege des Steines – Stein gemäß Emilceramica) gestellt.

Folglich: Um einen Naturstein wirklich als solchen zu identifizieren, muss man die Platten anfassen. Aber auch hier haben sich die Keramikhersteller Neues überlegt.

Zu sehen waren Fliesen, die mit Bezeichnungen wie „spazzalato“ (gebürstet) oder „bocciardato“ (gestockt) Bezug nahmen auf klassische Oberflächen von Naturstein.

Beim Anfassen aber ist das haptische Erlebnis nur enttäuschend – die Glasur ist Schuld daran.

Dass die Keramikindustrie alle menschlichen Sinne ansprechen will, zeigt, wo im Konkurrenzkampf die Stärken des Natursteins liegen.

„Chromotherapie“ ist ein neues Modewort im Badezimmer. Gemeint ist damit farbiges Licht, das menschliche Stimmungen hervorrufen oder verstärken soll.

Levantina aus Spanien spielte bei seiner Präsentation ebenfalls mit den menschlichen Sinnen. Der spanische Hersteller des Engineered Stones „Techlam“ und Lieferant zahlreicher Natursteinsorten bediente sich der Brillen von Google Glass, bei denen dem Betrachter Zusatzinformationen ins Gesichtsfeld einspielt werden.

Noch ein paar Anmerkungen zu dieser 32. Cersaie, der Weltmesse für Architekturkeramik und Badezimmerausstattung: erstmals gab es für Firmen der Naturstein- und Holzbranche einen eigenen Schwerpunkt in der Halle 22.

Behandelt wurde im Rahmenprogramm unter dem Titel „Cer-Sea“ die Frage, wie Strandbäder auch außerhalb der Saison genutzt werden können.

Cersaie 2015, 28. September – 02. Oktober

Fotos: Firmen / Peter Becker
Cersaie 2014. (22.11.2014)