www.stone-ideas.com

Die Gewinnung von Naturstein stieg im letzten Jahrzehnt pro Jahr um 7 %

Zum 25. Mal erschien in diesem Jahr Dr. Carlo Montanis Statistik-Jahrbuch für die Steinbranche, und bei der Vorstellung auf der Marmomacc hatte der wie immer bescheiden und unauffällig auftretende Herr der Zahlen einen erfreulichen Rückblick parat: Die Gewinnung an Naturstein ist in den zweieinhalb Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen, der weltweite Handel und Verbrauch ebenso, dies sogar deutlich stärker als in der Weltwirtschaft generell.

Trotz des Einbruchs während der Finanzkrise 2008/2009 könnte man also als Erkenntnis formulieren: Stein ist nicht nur ein langlebiges Material, es ist als Wirtschaftsgut auch krisensicher – zumindest weiß die Branche, mit Krisen umzugehen. Interessant ist das insofern, als es sich ausschließlich um kleine und mittelständische Unternehmen handelt. Eine Naturstein-„Industrie“ mit Firmengrößen ab 1000 Mitarbeitern und arbeitsteiliger Produktion gibt es nirgendwo.

Montani beschränkte sich bei seinem Rückblick auf die Zahlen des letzten Jahrzehnts: über den Zeitraum stieg die Netto-Gewinnung von Naturstein pro Jahr um 7 %, der internationale Handel mit Naturstein im Schnitt um mehr als 10 %.

   Mit großer Genugtuung fügte er hinzu, dass der große Konkurrent, die Keramikbranche, nur geringere Wachstumsraten verzeichnete, wie die Tabelle zeigt.

Mit großer Genugtuung fügte er hinzu, dass der große Konkurrent, die Keramikbranche, nur geringere Wachstumsraten verzeichnete, wie die Tabelle zeigt.

Wie üblich bei seinen Buchvorstellungen wies Montani aber auch darauf hin, dass die Konkurrenz sich auf anderem Niveau bewegt, und wie üblich forderte er die Steinbranche auf, mehr Marketing zu betreiben.

Ein paar aktuelle Zahlen aus dem „XXV Rapporto marmo e pietre nel mundo 2014 / XXV Report marble and stones in the world 2014“, der zweisprachig (Italienisch und Englisch) erscheint und als Print beziehungsweise als pdf zu beziehen ist:
* Im Jahr 2013 wurden weltweit 265 Millionen t Naturstein abgebaut. Das waren 5 % als im Vorjahr. Umgerechnet in eine Fliesenstärke von 2 cm entsprach diese Tonnage rund 1,42 Milliarden m².
* Der internationale Handel mit Naturstein erreichte eine Summe von 22 Milliarden US-$. Das waren +14,9 % gegenüber dem Jahr zuvor.
* Besonders erfreulich war die Entwicklung beim weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch, einem allerdings rein rechnerischen Wert: hatte er 2003 noch bei 0,135 m² gelegen, erreichte er 2013 fast das Doppelte (0,226 m²). 2012 waren es noch 0,215 m².

   Besonders interessant ist der Pro-Kopf-Verbrauch in einzelnen Ländern. Fünf Staaten liegen über dem magischen Wert von 1 m² pro Person.

Besonders interessant ist der Pro-Kopf-Verbrauch in einzelnen Ländern, wie ihn die Tabelle zeigt. Fünf Staaten liegen über dem magischen Wert von 1 m² pro Person. Deutliche Steigerungen haben ehemalige Entwicklungsländer erreicht, namentlich Brasilien, China und Indien. Unerwartet niedrig ist der Wert für die USA – er wird jedoch wettgemacht von der großen Bevölkerungszahl.

Rückläufige Werte zeigt das reiche Deutschland mit hoher Bevölkerungszahl.

Insofern ist Montanis Analyse, dass die Steinbranche ihre Möglichkeiten nicht wirklich ausnutzt und mehr Marketing machen sollte, sicher nicht verkehrt. Mit Blick auf neu entstehende Märkte etwa in ehemaligen Entwicklungsländern fordert er dabei Weitblick: „Es gibt gute Gründe, eine gefährliche Konzentration der Bemühungen auf nur einige wenige entwickelte Länder, vornehmlich aus dem Westen, zu vermeiden.“

Was den „Planeten China“ betrifft, so Montanis Umschreibung des gewaltigen Marktes, konstatierte er weiterhin steigenden Import, ausschließlich von Rohmaterial. Gleichzeitig jedoch ging der Export zurück.

 Für das kommende Jahrzehnt sagt Montani ein weiter kräftiges Wachstum voraus.

Für das kommende Jahrzehnt sagt Montani ein weiter kräftiges Wachstum voraus.

„XXV Rapporto marmo e pietre nel mundo 2014 / XXV Report marble and stones in the world 2014“, Dr. Carlo Montani, Aldus Casa di Edizione, Carrara, Print 35 €, pdf 20 €.

Tabellen: aus dem Buch

Foto: Aldus Casa di Edizione

(26.11.2014)