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Um Steine geht es in Deutschland beim diesjährigen Welttag der Gästeführer

Der Welttag der Gästeführer steht in Deutschland in diesem Jahr unter dem Motto „Steine“. Am 21. und 22. Februar bieten die Tourist Guides unter diesem Schwerpunkt Spaziergänge durch die Städte. Die Eröffnungsveranstaltung findet in Lübeck statt. Dort wird das Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf in der St. Petrie Kirche eine historischen Steinmetzwerkstadt aufbauen und in Kooperation mit den Führern vor Ort eine Stadttour zu den hanseatischen Natursteinen anbieten.

Schon die Titel der Veranstaltungen in vielen deutschen Städten lassen ahnen, dass tief ins Lokalkolorit eingetaucht wird: „Grundsteine, Denksteine und Hundsbrunser“ ist der Weg durch die Dürkheimer Stadtgeschichte betitelt, um „Weinstein – Pechstein – steinreich!“ geht es in Deidesheim, und „Der Spuckstein und seine vertrackte Geschichte“ heißt es in Bremen.

Noch’n paar Beispiele: „Basalt, Trachyt und Tuff – das vulkanische Dreigestirn“ ist der Rundgang „mit dem Bonner Steinmetz und seinem Weib“ betitelt, „Gruß aus dem All – Steine, die Geschichte schreiben“, nennt sich die Führung durch Nördlingen, und um „Die Kraft der Steine – ,Kraftsteine’“ dreht sich ein Spaziergang durch Diepoltsreuth in der Oberpfalz.

Wir können nicht aufhören: in Deggendorf wird „Von Grantlern und Granit“ berichtet und in Rothenburg ob der Tauber erfährt der Gast etwas über „Die Geschichte der Vermessung und die Rolle der Grenzsteine“.

Die thematische Breite geht aber über Natursteine hinaus. Vielerorts drehen sich die Führungen um Stolpersteine, die als kleine Messingplatten im Steinpflaster eingelegt sind und an die Judenverfolgung und an den Naziterror erinnern.

Das Programm, das man als pdf herunterladen kann, hat gut 40 Seiten.

Im allgemeinen zählen Poller zu den eher unauffälligen Stadtmöbeln. Hier ein aufwändiges Exemplar aus Koblenz.

Der Weltgästeführertag, so der offizielle Begriff, auf englisch International Tourist Guide Day (ITGD), wird seit 1990 von Organisationen im Weltverband dieser Berufsgruppe durchgeführt. Ziel der Aktion ist, auf den Wert von Führungen durch qualifiziertes Personal hinzuwiesen. Die Initiative der deutschen Sektion, den Termin jährlich unter ein anderes Motto zu stellen, ist weltweit einmalig.

Übrigens: „Hundsbrunser“, auch „Hundsbrunzer“ waren keineswegs dafür gedacht, dass die Vierbeiner an ihnen ihr Geschäft verrichten konnten. In Wirklichkeit ist die Aufgabe dieser kleinen Steinblöcke vor einer Hofdurchfahrt, die Mauerecke vor dem Kutscher und seinem Gefährt zu schützen.

Kutscher ihrerseits galten als ruppige Zeitgenossen, wie eine alte Weisheit aus Frauenmund belegt: Lieber unter der Kutsche als unterm Kutscher!

Programm

Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD)

(12.01.2015)