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Neues Konfliktfeld: Marmor und Stehpinkler

Man kann niemand einen Vorwurf daraus machen, dass er nicht weiß, dass Marmor und Urin nicht gut zusammengehen, so das Gericht.

Männer dürfen in ihrer Mietwohnung im Stehen pinkeln, auch wenn sie durch Urinspritzer den Marmor auf einem Fußboden schädigen, hat das Amtsgericht Düsseldorf entschieden.

Denn: Pinkeln im Stehen sei weit verbreitet, so das Urteil, hingegen das Wissen um dadurch möglicherweise entstehende Schädigungen an Natursteinböden nicht (Aktenzeichen: 42 c 10583/14). Pinkeln im Stehen gehöre zur vertragsgemäßen Benutzung einer Mietwohnung.

Ein hinzugezogener Sachverständiger hatte festgestellt, dass die blinden Stellen auf dem Marmor zweifellos auf Urinspitzer zurückzuführen seien und dass eine Behebung dieser Schäden rund 1900 € kosten würde. Der Vermieter hatte deshalb die Mietkaution einbehalten, und der Mieter hatte dagegen geklagt.

Der Richter sah zwar Ursache und Wirkung genauso, wollte aber dem Mieter nicht die Art des Urinierens untersagen. Die Begründung holt weit aus: „Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet“, heißt es im Urteil, und weiter: „Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit – insbesondere weiblichen – Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen.“

Also: man kann niemand einen Vorwurf daraus machen, dass er nicht weiß, dass Marmor und Urin nicht gut zusammengehen.

(23.01.2015)