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Frobenius-Institut: Felszeichnungen aus der Wiege der Menschheit

Giraffen (nachgezeichnet) aus dem Wadi in Habeter, Libyen.

Wenig bekannte Schätze beherbergt das Frobenius-Institut in Frankfurt/Main: Es handelt sich um Aufnahmen von Felszeichnungen aus Afrika, die der Namensgeber der heutigen Einrichtung an der Goethe-Universität von zahlreichen Reisen vom Anfang des vorigen Jahrhunderts von dort mitbrachte.

Felszeichnung aus der Massimbura-Höhle, Zimbabwe, danach angefertigtes Aquarell von Elisabeth Mannsfeld (1929).

Doch nicht nur das: In der Datenbank finden sich auch Aquarelle oder Tuschzeichnungen von Malern, die bei den Reisen dabei waren.

Der Namensgeber des Instituts, der deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938), war eine schillernde und faszinierende Persönlichkeit: Abenteurer und Afrika-Entdecker, Ethnologe und Kulturphilosoph sowie Monarchist und Ideenspender für ein neues Afrika-Bild in der nachkolonialen Phase in Deutschland.

Als Frobenius Mitte der 1920er Jahre an das eigens für ihn gestiftete Institut für Kulturmorphologie an der Universität Frankfurt kam, stemmte er sich mit seiner Arbeit mit aller Kraft gegen Modernisierung und Rationalisierung in Europa. In Afrikas Mythen, Masken und Malereien glaubte er all das zu finden, was zuhause nach seiner Ansicht im Untergang begriffen war.

Felszeichnung aus dem Wadi Sura des Gilf el-Kebir, Ostsahara, danach angefertigte Zeichnung von Elisabeth Pauli (1933).

Bereits auf seinen ersten Expeditionen von 1904 bis 1906 durch den belgischen Kongo und von 1907 bis 1909 durch Westafrika war er auf Suche nach den ursprünglichen Formen afrikanischer Kulturen. Bisweilen glaubte er sich gar auf den Spuren des alten Atlantis.

Die Dokumente, die er aus der Zentralsahara und aus den Savannen Simbabwes mitbrachte, lenkten damals den Blick der deutschen Öffentlichkeit auf die prähistorische Phase des afrikanischen Kontinents.

Zur Zeit lassen sich rund 100.000 Bilder recherchieren. Die zwischen 1830 und 1964 entstandenen Dokumente zeigen prähistorische Felszeichnungen, Portraits, Landschaften, Architektur und materielle Kultur. Die meisten stammen von Forschungsexpeditionen, die Mitarbeiter des Instituts in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Afrika, Australien, Indonesien und Südamerika unternahmen.

Die Bilddatenbank des Instituts kann online durchgeblättert oder nach Schlagworten durchstöbert werden.

Frobenius Institut

(11.02.2015)