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„Fortaleza Brazil Stone Fair“: Messe für die exotischen Natursteine aus Brasiliens Nordosten

„Amestiste“ heißt dieser Stein aus dem Bundesstaat Ceará. In den Granit hat die Natur den Halbedelstein eingelagert. Der Preis liegt bei circa 1.400 US-$ für den Quadratmeter einer Platte von 2 cm Dicke. Den Stein baut die Firma Nova Aurora Granitos aus E.S. ab.

Update: Video des Messegeländes (portugiesisch 1, 2)

Eine neue Natursteinmesse wird es in Brasilien vom 05.-08. Mai 2015 geben: sie heißt „Fortaleza Brazil Stone Fair“, findet in der Hauptstadt des Bundessstaates Ceará statt und will die Steinsorten von dort bekannt machen. Dazu zählen die so genannten Exóticos oder Superexóticos – Granite mit den Farben und Strukturen, wie man sie sonst nur beim Marmor oder Onyx findet. Sie sind schwierig in der Bearbeitung und kommen nur in kleinen Mengen auf den Markt.

Diese Sorten gibt es in Brasilien hauptsächlich dort, wo das Land mit einem Knie weit in den Atlantik hineinragt.

Bisher werden diese Steine vor allem von Firmen aus dem südlich gelegenen Bundesstaat Espírito Santo (E.S.) abgebaut. Von dort werden sie nach der Bearbeitung exportiert.

Der Quarzit „Perla Venata“ ist seit etwa 4 Jahren auf dem Markt. Sein außergewöhnliches Erscheinungsbild garantiert einen Preis von derzeit etwa 260 US-$ für den Quadratmeter einer Platte von 3 cm Dicke. Gewonnen wird er von der Firma Gramil aus E.S.

Nun will der Bundesstaat Ceará selber die Wertschöpfung in die Hand nehmen.

Damit wird es in diesem Jahr in Brasilien insgesamt 4 Steinmessen geben: die internationale Schau in Vitória (E.S.) mit der nationalen Schwester in Cachoeiro de Itapemirim (E.S.), beide im Mehrheitsbesitz der Marmomacc in Verona. Zusätzlich dazu die auf Innenarchitektur und Keramik fokussierte Revestir in São Paulo.

 Veranstalter der alle 2 Jahre geplanten Schau in Fortaleza ist der dortige Verband Simagran-CE, und dessen Präsident, Carlos Rubens A. Alencar betont, dass man sich als Ergänzung zu den etablierten Messen sieht, nicht als Konkurrenz. Sinngemäß sagt er: Wir wollen die Architekten wirkungsvoll ansprechen, und ihnen das Knowhow vermitteln, Naturstein zu verwenden. Dazu soll es ein ausführliches Vortragsprogramm geben.

Jedoch: auch in Vitória hat man seit etwa 2 Jahren die Architekten und Innenarchitekten entdeckt, lädt sie ein und bietet Vorträge für sie.

Außerdem: wenn die Branche in Bundesstaat Ceará groß wird, würde E.S. an Bedeutung verlieren: Bisher kommen von dort rund 70 % der brasilianischen Steinexporte im Wert von im Jahr 2014 insgesamt 1,22 Milliarden US-$. Darauf ist man stolz und weiß um die Wertschätzung seitens heimischen Politik.

„Woodstone“ ist der treffende Name für diesen Superexótico aus dem Bundesstaat Ceará.

Allerdings ist in Ceará und in den Nachbar-Bundesstaaten die Verkehrsinfrastruktur auf dem neuesten Stand. Die Häfen dort haben große Kapazitäten, und ein modernes Straßennetz erschließt das Hinterland mit den Brüchen. Im ehemals als Armenhaus des Landes verschrienen „Nordeste“ (Nordosten), zu dem auch Ceará zählt, gibt es seit Kurzem zweistellige Wachstumsraten.

4500 m² sind im neuen Messezentrum in Fortaleza für den ersten Durchgang vorgesehen. Knapp 60 Stände wird es geben, die kleinsten mit 25 m² Fläche. Integriert in die Halle ist ein Raum für die Vorträge.

Apropos Konkurrenz zwischen Ceará und Espírito Santo: eine Verschiebung des Zentrums der Steinbranche hat es in Brasilien schon einmal gegeben. In den Achtzigern verlor nämlich der Süden Brasiliens (mit seinem Marmor) seine Führungsrolle an E.S. (mit seinem Granit).

Fortaleza Brazil Stone Fair

Fotos: Simagran-CE

(08.04.2015)