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Chinas Staatskonzern kauft auf der ganzen Welt Natursteinblöcke

Stein in großen Mengen kauft der chinesische Staatskonzern Avic International Xiamen. Das Foto zeigt einen Steinbruch der brasilianischen Firma Mineração Guidoni. Foto: Guidoni

In China gibt einen ganz großen Big Player in der Steinbranche: der Staatskonzern AVIC agiert nun auch als großer Einkäufer für Marmor und Granit. Die 2010 gegründete Sektion des Konzerns trägt den Namen Avic International Xiamen Company Limited und hat ihren Sitz in Chinas Natursteinhauptstadt.

Der Import von Naturstein ist ihr wichtigstes Geschäft, daneben ist sie unter anderem im Schiffbau tätig.

Der Konzern Avic wurde in den 1950ern vom chinesischen Staat gegründet, um ursprünglich Technologie für die Luftfahrt und für das Militär einzukaufen. Inzwischen hat sich das Leistungsspektrum enorm erweitert: ins Land geholt wird das, was China für die Entwicklung seiner Wirtschaft braucht. So gab es in den letzten Jahren Übernahmen zum Beispiel von Firmen aus der Zementbranche oder der Automobilindustrie.

Drei strategische Ziele stehen hinter Avics Naturstein-Sparte: die Versorgung der heimischen Baubranche mit dem Material zu sichern, Chinas Steinbranche auf ein professionelleres Niveau zu heben und den Kampf gegen die Korruption zu führen.

Die Bedingungen, um an Avic Xiamen Naturstein zu verkaufen, sind schnell umrissen: die Steinsorte muss am Weltmarkt eingeführt und erfolgreich sein. Gekauft werden nur Blöcke. Außerdem muss der Lieferant große Mengen kontinuierlich liefern können. Denn innerhalb Chinas gehen Avic Xiamens Importe in große Bauprojekte.

Außerdem verlangt der Staatskonzern Exklusivität: ein Lieferant darf in China nur an Avic Xiamen verkaufen. Wohlgemerkt: in China. Wenn der Staatskonzern umgekehrt die gelieferten Steine ins Ausland weiterverkaufen will, bedarf das der Zustimmung des Lieferanten.

Ein Blick auf die Webpage im April dieses Jahres zeigte 34 Marmor- und 27 Granitsorten, die Avic Xiamen schon einführt. Die Granite kamen fast ausschließlich aus Brasilien, bis auf je eine Sorte aus Italien und aus den USA.

Bei den Marmoren lag Italien mit 16 Firmen deutlich vorn, gefolgt von der Türkei (8) und von Spanien sowie dem Iran (je 2). Mit je einer Sorte vertreten waren Portugal, Frankreich, Ägypten und sogar Deutschland und die Philippinen. Wie es üblich ist, werden in der Liste auch Kalksteine als Marmor geführt.

In Zukunft aber will Avic Xiamen über den bloßen Import hinaus eine komplette Verarbeitungskette aufbauen.

Dazu will die chinesische Seite die jeweils neueste Technologie einführen, und hier kommt die Modernisierung der Branche als weiteres erklärtes Ziel ins Spiel: es sollen große (staatliche) Verarbeiter entstehen, an deren Maschinenpark, Knowhow und Management sich kleinere Firmen ein Beispiel nehmen können.

Auf der Messe war sogar die Rede davon, auf mittlere Sicht in Xiamen das größte Steinzentrum der Welt zu etablieren. Bestandteil davon wäre ein Qualifikationszentrum für Mitarbeiter der Firmen und genauso für Architekten und Designer.

Über eine ähnliche Idee seitens des regionalen Natursteinverbands hatten wir vor einer Weile berichtet (siehe unten).

Was die Bekämpfung der Korruption angeht, soll Avic Xiamen für Transparenz sorgen. Wenn zum Beispiel ein staatliches Bauprojekt seine Einkäufe beim Staatskonzern tätige, sei der Korruption ein Riegel vorgeschoben, heißt es.

Was macht Avic Xiamen interessant für Lieferanten? Zum einen
die Sicherheit, die der Staat als Einkäufer gibt. Zum anderen die großen und verlässlichen Mengen.

Praktische Fragen, etwa ob es für die verschiedenen Steinsorten verschiedene Ansprechpartner gibt, und wer Kontaktpersonen sind, konnten wir leider nicht klären.

Chinas Staatskonzerne werden unter Experten gerne als „Nationalmannschaft“ der dortigen Wirtschaft bezeichnet. Zuletzt gab es 112 solcher Firmenkonglomerate, mit denen die Regierung den globalen Playern aus dem Westen etwas entgegensetzen und die eigenen Unternehmen zu Innovationsführerschaft bringen will.

Neben Avic ist China National Chemical ist ein anderes Beispiel. Es vereint unter seinem Dach Wirtschaftsbereiche wie Chemie, Landwirtschaft und zahlreiche andere. Kürzlich kaufte ChemChina, so das Namenskürzel, die Mehrheit beim italienischen Reifenhersteller Pirelli. Die Rede war von einem Preis von 7,1 Milliarden €.

Avic International Xiamen Co Ltd, 9th Floor, Hongxiang Bldg., No.258 South Hubin Road, Xiamen, 361004, China, Tel: +86 592 518-6899, Fax: +86 592 518-5939

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(11.05.2015)