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IMM Carrara: das Made in Italy als Markenzeichen stärker herausstellen

Fabio Felici, Präsident der Internazionale Marmi e Macchine (IMM) Carrara, drückt sich vorsichtig aus: „Es könnte sinnvoll sein, über eine Strategie nachzudenken, die es uns möglich machen würde, unsere Produkte auf einer anderen Ebene als unsere Wettbewerber … zu positionieren.“

Gemeint ist damit, dass Italiens Natursteinbranche nur mit handwerklicher Qualität und gestalterischer Kreativität der billigeren Konkurrenz („mit niedrigeren Löhnen und weniger strengen Umweltauflagen“) Paroli bieten könne, sprich: mit dem Made in Italy als Markenzeichen.

„Deshalb ist es notwendig, Strategien zu entwickeln, um in Kommunikation und Marketing zu investieren und so mögliche Verbindungen zwischen Industrie, Nachhaltigkeit, Tradition, Kunst, Territorium und Kultur zu verbessern“, heißt es weiter in der Pressemitteilung, die mitsamt den Statistiken über Italiens Natursteinwirtschaft im Jahr 2014 veröffentlicht wurde.

Anlass für Felicis Appell war, dass es 2014 eben die hochwertigen Endprodukte (aus Marmor) waren, die Italiens Natursteinexporte in positive Zahlen gebracht haben. Hier wurde nämlich ein Anstieg um +3,8% verzeichnet.

Das ist, auf den ersten Blick, nur ein moderater Anstieg. Aber um ihn wirklich zu bewerten, muss man zwei Faktoren hinzuziehen: erreicht wurde er bei einem gleichzeitigen Rückgang der Tonnage (-3,5%) – mit weniger Material wurde also mehr Wert erwirtschaftet.

Und insgesamt stieg auch noch der Wert, der im Schnitt pro Mengeneinheit Marmor erzielt wurde: er lag 2014 bei 1049 Euro pro Tonne, was eine Steigerung um kräftige 7,5% bedeutet.

Damit nicht genug: dieser Anstieg wurde auf mengenmäßig ohnehin sehr hohem Niveau erreicht. Denn 2014 erreichten die Ausfuhren von Marmor-Endprodukten 936 Millionen Euro (2013: 924 Millionen Euro).

Insgesamt, für sämtliche Arten von Natursteinprodukten und Steinsorten betrachtet, erzielte Italien im vergangenen Jahr einen Exportwert von gut 1,9 Milliarden Euro (4.194.035 t). Das war praktisch Stillstand im Vergleich zum Vorjahr.

Anhaltend war der Rückgang bei Granitexporten.

Die Exporte in die Europäische Union zeigten „Zeichen von Erholung“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Nach Wert stiegen die Exporte auf 474,4 Millionen Euro (+4,7%). Nach Tonnage blieben sie weitgehend konstant (-0,3%, 598.000 t). Führende Abnehmer waren Deutschland und Großbritannien.

In den USA wurden bei Marmor-Endprodukten nach Wert +16,7% erreicht (275 Millionen Euro). Der durchschnittliche Wert pro Tonne lag hier deutlich höher als auf anderen Märkten, nämlich bei 1.643 € (+5%).

Bei den Lieferungen in den Mittleren Osten gab es Rückgänge, wobei Länder wie Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Libanon und Israel „trotzdem besonders interessant“ bleiben.

Die Exporte nach China waren nach Wert nahezu beständig, aber gingen nach Tonnage kräftig zurück (-9,8%). Hier schlägt sich die Abkühlung in der chinesischen Wirtschaft nieder.

Die Tabelle zeigt Italiens Importe von Stein, wo nach Wert +5,7% (395 Millionen €) und nach Tonnage +6,6% erzielt wurden. Bei Marmor lag die Türkei als Lieferant an erster Stelle, bei Granit waren es Brasilien und Indien. Besonders bei Kroatien als Lieferant von Marmor (119.300 t, 15 Millionen Euro) wurden Steigerungen erzielt (+75,6%).

IMM Carrara

Tabellen: IMM Carrara

(23.05.2015)