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Naturstein und Klima: steinerne Kanäle im Hochland von Peru halten das Wasser im Boden

„Mamanteos“ oder „Amunas“ heißen die aus Stein gemauerten Kanäle in der Landessprache. Foto: Condesan

Die steinernen Kanäle im Hochland von Peru aus der Zeit vor den Inkas etwa zwischen 500 und 1000 n. Chr. können helfen, die Starkregenfälle in der Region beherrschbar zu machen, und damit auch eine Lösung für den rapide steigenden Wasserverbrauch der Stadtbevölkerung von Lima bringen. Stein spielt bei den Anlagen als einfaches und überall verfügbares Baumaterial eine wichtige Rolle. „Mamanteos“ oder „Amunas“ heißen sie in der Landessprache. Einen Bericht hat das Wissenschaftsmagazine New Scientist veröffentlicht.

Das Prinzip der Kanäle ist einfach: das Regenwasser wird aufgefangen, jedoch nicht einfach, um es in die Flüsse abzuleiten. Vielmehr ist der Boden der Wasserläufe an bestimmten Stellen durchlöchert, so dass das Nass zu einem großen Teil versickert und von den Poren des Felsgesteins aufgenommen werden kann.

Von dort wird es mit Verzögerung wieder freigegeben.

Das Kanalsystem war zuletzt weitgehend zerfallen. Starkregenfälle schufen große Schäden in der Landschaft. Es ist zu erwarten, dass sie in Zukunft mehr sein werden.

Vor einer Weile hat eine lokale Initiative einen Teil des Systems wiederhergestellt, um seine Funktionsfähigkeit zu testen. Die Ergebnisse zeigen, dass das alte Prinzip des Wassermanagements auch heute noch den Menschen im Hochland dienen kann.

Bewässerungssystem der Nazca

Von den Nazca, bekannt durch ihre riesigen Zeichnungen in der Landschaft, gibt es ein ähnliches Bewässerungssystem für ihren extrem trockenen und zudem steilen Lebensraum. Sie haben Kanäle, Puquíos genannt, in die Berge gegraben, über die von oben einsickerndes Wasser gesammelt wird. Außerdem schneiden die Anlagen unterirdische Wasseradern an.

Auffällig sind die „Ojos“ (Augen). Dabei handelt es sich um Schächte, die von der Oberfläche senkrecht zu den Kanälen getrieben wurden. Vermutlich dienten sie der Wartung.

Gräben am Titicacasee

In dem Buch „Peru – Faszination der Gegensätze“ (Ute Boewen, Kindle Edition, 2014) wird ein Forschungsprojekt vom Titicacasee in rund 3800 Höhe beschrieben. Dort entdeckte man, dass die Vorfahren etwa 100m lange Mulden in die Erde gruben und mit dem Aushub Hochbeete anlegten, die ihrerseits auf Stein- und Kiesschichten ruhten. Kartoffeln und Quinoa, ein Getreide, wuchsen außerordentlich gut unter diesen Bedingungen.

Denn nicht nur wurde in den Mulden das Wasser gespeichert. Auch die Tageshitze nahm das Nass auf, um sie in der Nacht wieder abzugeben. Das wirkte sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus.

New Scientist

(13.06.2015)