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Richtfest am Berliner Schloss-Humboldtforum

Das Schloss-Humboldtforum Anfang Juli 2015, gesehen von der Webcam.

„Schloss jetzt!“ könnte man kalauern: am vergangenen Freitag, 12. Juni 2015, war Richtfest am Berliner Schloss-Humboldtforum, und am Wochenende stand der Rohbau des Gebäudes mitten in der Berliner City den Besuchern für eine Besichtigung offen. Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung steht das gewaltige Bauwerk im Beton-Rohbau komplett da.

Eine gewaltige Baumasse hat das Berliner Schloss-Humboldtforum. Man darf gespannt sein, wie das Gebäude mit der Natursteinfassade wirkt.

Bemerkenswert für Berliner Verhältnisse ist, dass das Projekt sich sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan befindet: Fertigstellung soll 2018, Eröffnung als Kulturforum im 2. Halbjahr 2019 sein; als Budget sind nach wie vor 590 Millionen € veranschlagt, aufgeteilt in 478 Millionen € vom Bund, 32 Millionen € vom Land Berlin und 80 Millionen € von privaten Spendern.

Diese 80 Millionen € sind für die Wiederherstellung der barocken Fassaden vorgesehen. Die Summe muss der Förderverein für das Projekt einwerben.

Wenig Beachtung bei den Besuchern fanden am Tag der offenen Tür die ersten Arbeiten an der Fassade. Im Sockelbereich hat die Anbringung der Natursteinverkleidung begonnen. Sie ist noch hinter Baugerüsten versteckt.

Im Sockelbereich hat die Anbringung der Natursteinverkleidung begonnen. Sie ist noch hinter Baugerüsten versteckt.

Es handelt sich wie beim Originalschloss um Warthauer Sandstein aus einem Steinbruch im heutigen Polen. Bearbeiter des Steins und Lieferant ist die Firma Hofmann Naturstein aus Gamburg in Zusammenarbeit mit dem Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser.

Eine Musterfassade ist am Spreeufer gegenüber vom Dom an der Karl-Liebknecht-Straße zu sehen.

Eine Musterfassade ist seit Juli 2012 am Spreeufer gegenüber vom Dom an der Karl-Liebknecht-Straße zu sehen.

Auch die Kuppel, auf der der Richtkranz aufgesetzt wurde, soll mit Sandstein verkleidet werden. Wie die lokale Presse kürzlich meldete, soll ein privater Spender dafür eine große Summe zur Verfügung gestellt haben.

Derzeit sind Steinmetze der Schlossbauhütte damit beschäftigt, den barocken Fassadenschmuck mit zahlreichen Figuren wiederherzustellen. Nur teilweise sind Originale erhalten geblieben, so dass auch von den Restauratoren viel verlangt wird. Die Schlossbauhütte nennt als Gesamtvolumen dieser Natursteinarbeiten circa 8000 m³.

Vier Geschosse hat das Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 3 Fußballfeldern. „Hier würden 400 Einfamilienhäuser reinpassen“, sagte der Chef der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, Manfred Rettig anlässlich des Richtfests gegenüber der Presse. Rettig hatte den schon Regierungsumzug von Bonn nach Berlin geleitet.

Nach dem aktuellen Planungsstand soll es im Erdgeschoss neben der üblichen Infrastruktur für Besucher Veranstaltungs- und Ausstellungssäle geben. Für den 1. Stock, wo eigentlich die Berliner Stadtbibliothek einen neuen Standort bekommen sollte, hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller kürzlich eine Schau zur Berliner Stadtgeschichte angekündigt.

In die beiden Obergeschosse sollen die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst einziehen. Sie werden zwar weltweit gerühmt, waren aber bisher an ihren Standorten im Bezirk Dahlem abgelegen von den großen Besucherströmen.

Geplant ist nun, sie mittels des Humboldt-Forums mit den Ausstellungen der Museumsinsel in einen Zusammenhang zu bringen, so dass sich dem Besucher in fußläufiger Entfernung ein Panorama von außereuropäischen Kulturen und dem Werdegang Europas von den Babyloniern über die alten Ägypter bis hin zu Griechen und Römern bietet.

Berliner Schloss-Humboldtforum

Schlossbauhütte

Wegen der großen Nachfrage nach Baustellenführungen wird es vom 5. Juli an zusätzliche Termine sonntags um 15 und 17 Uhr geben (18 Euro, ermäßigt 12 Euro). Die bisherigen Termine sonntags um 11 und 13 Uhr sind bis September ausgebucht.

(14.06.2015)