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„Casa Rajuela“ in Mexiko: kleine Schiffchen segeln über die Fassade

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“.

Man denkt an kleine Schiffchen, die an dieser Wand übereinander gestapelt sind. Dabei haben die Architekten nur eine der Leitlinien des üblichen Mauerwerks über Bord geworfen, nämlich dass möglichst wenig von den Fugen zwischen den einzelnen Steinen zu sehen ist. Hier nun sind die Steine rundlich und lassen große Abstände zwischen sich – das Ergebnis ist ein Gesamtbild als würden kleine Schiffchen über- und nebeneinander im Wind segeln.

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“.

Das ist nicht nur dekorativ, sondern passt auch zum Konzept des Hauses, wie es die Architekten beschreiben: einer älteren Dame war ihre luxuriöse Villa zu groß geworden, und so teilte sie das Grundstück und ließ sich auf der kleineren Fläche die „Casa Rajuela“ (Rajuela-Haus) errichten; diese sollte erstens ihr weniger Hausarbeit machen und zweitens eine Freude sein auch für die Enkelkinder, deren Besuch die Oma offenbar sehnlich wünscht.

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“.

Der Name „Rajuela“ bezieht sich auf die Art des Mauerwerks an der Fassade und an einigen Innenwänden.

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“. Foto: Muñoz Arquitectos Asociados

Meist handelt es sich dabei um Fertigprodukte. Hier jedoch wurde die komplette Verblendung von Hand und vor Ort aufgemauert.

Das Gebäude mit knapp 600 Quadratmetern Grundfläche liegt in Mexiko, und die Architekten kamen vom Büro Muñoz Arquitectos mit Sitz in Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán.

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“.

Vorgabe für die verwendeten Materialien war, dass sie zwar einerseits dekorativ aber andererseits auch pflegeleicht sein sollten. So findet sich innen im Haus polierter Travertin auf dem Boden.

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“.

Außen sind die Wege mit Conchuela belegt, einem heimischen Kalkstein, der für seine vielen Fossilien bekannt ist. Seine Oberfläche wurde so bearbeitet, dass sie rutschsicher ist.

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“.

Als Trennung zwischen Küche und Esszimmer dient eine halbhohe Mauer mit dunklem Granit.

Zu dem Materialkontrast zwischen dem Naturstein und den weiß gestrichenen Wänden kommt als weiterer Aspekt Holz in vielen Funktionen hinzu.

Das Haus ist in nordwärts orientiert, so dass es die übliche Windrichtung für eine optimale Lüftung nutzt und gleichzeitig maximalen Sonnenschutz hat.

Die Architekten resümieren: „Unser Ziel war, dass die Auftraggeberin ein von Hausarbeit entspanntes Leben haben würde, umgeben von den Enkeln, und dass umgekehrt die Kleinen sich auch wohlfühlen würden und sich ihrem Alter gerecht verhalten dürften.“

Muñoz Arquitectos Asociados S.C.P.

Fotos: Rolando Córdoba

Muñoz Arquitectos Asociados: „Casa Rajuela“.

(29.06.2015)