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Die Stone+tec ist auf dem Weg zu einem neuen Profil, das erfolgreich werden kann

Auch Produktdesign mit Naturstein ist ein Wachstumsfeld. In diesem Zusammenhang wollen wir auf einen Studenten-Wettbewerb hinweisen, den die polnische Zeitschrift Nowy Kamieniarz zusammen mit der Messe „Stone“ in Poznan und unterstützt von der NürnbergMesse ausgerichtet hatte.

Die Natursteinbranche erlebt einen Wandel, und der zeigt sich auch bei den Messen. Die alle zwei Jahre stattfindende Stone+tec in Nürnberg hat schon in ihrer Ausgabe 2013 darauf reagiert und sich ein neues Profil gegeben: sie will eine Veranstaltung vorrangig für die Steinmetze aus den deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Norditalien) sein.

Bei der diesjährigen Ausgabe (13.-16. Mai 2015) zeigte sich, dass das Konzept aufgehen kann. Jedoch braucht es noch Weiterentwicklung.

Zunächst die Zahlen: 15.162 Fachbesucher kamen auf das moderne Messegelände in Nürnberg. 446 Unternehmen aus 31 Ländern stellten aus. Im Vergleich zur letzten Ausgabe ist das ein deutlicher Rückgang: 2013 hatte es 19.562 Besucher und 543 Aussteller (aus 31 Ländern) gegeben.

Auffallend war, dass diese Stone+tec eine Natursteinmesse beinahe ohne Naturstein war: Nur wenige Steinhändler stellten aus, und die aus dem Ausland, mit denen wir sprachen, waren mit der Besucherresonanz nicht zufrieden.

Hingegen: Reichlich vertreten und sehr zufrieden mit dem Messeergebnis waren die Anbieter von Maschinen und Werkzeug und ebenso die Lieferanten von Grabsteinen und Zubehör.

Und: regelrecht strahlend ist das Resultat der Veranstaltung, wenn man es durch die Brille der Zielgruppe betrachtet. Während nämlich 2013 noch viele Steinmetze gegrübelt hatten, ob sie in Zukunft weiterhin nach Nürnberg kommen sollten, herrschte nun Einklang darüber, dass das i h r e Messe war.

Dazu trug auch das Rahmenprogramm bei, das der Steinmetzverband BIV [nur deutsch: Bundesverband Deutscher Steinmetze (BIV)] konzipiert hatte: die drängenden Fragen der Branche wurden diskutiert, Nachwuchswerbung war ein Thema und in Vorträgen wurden auch Zukunftsperspektiven zumindest berührt.

Die Messegesellschaft ihrerseits hatte in 6 Sonderschauen thematische Schwerpunkte organisiert.

Alles drehte sich bei dieser Stone+tec um die Steinmetze, und tatsächlich war sie von der Stimmung her eine Art von Familientreffen, wie man es früher von vielen Steinmessen kannte.

Schauen wir zurück auf ein Beispiel aus Italien: die alte Schau in Sant’Ambrogio di Valpolicella war immer ein feuchtfröhlicher Treff der Branche gewesen, bis die erste Welle der Globalisierung vor sich ging und mit der Marmomacc in Verona die Branche ein professionelles Forum für internationale Aktivitäten bekam.

In den Folgejahren versuchte jede Messe irgendwo sonst auf der Welt, international mitzuspielen. Das ist nun vorbei.

Die „familiäre“ Stone+tec zeigt eine der Möglichkeiten, was kommen kann. Andere Steinmessen sind inzwischen unter das Dach von Bau-Veranstaltungen geschlüpft.

Wo aber liegen die Möglichkeiten, dass die Stone+tec trotz der Beschränkung auf eine relativ kleine Zielgruppe wieder wachsen kann?

Natürlich liegen sie dort, wo es für die Zielgruppe Wachstum gibt, also in den Bereichen Gartenbau und Inneneinrichtung, vor allem Küche und Bad. Wobei nicht die Rede vom Luxussegment ist, sondern vom oberen Mittelstand als Kundschaft.

Die Herausforderung besteht nun darin, diese Themengebiete in die Stone+tec einzubinden. Denn für jedes von ihnen gibt es eigene Messen.

Falls jedoch die Integration dieser neuen Themen gelingt, werden auch die Steinproduzenten wieder zur Stone+tec zurückkehren.

Ein weiteres Wachstumsfeld liegt im Bereich der Engineered Stones. Denn es gibt kaum noch Steinmetze, die sich zum Beispiel Küchenarbeitsplatten aus den Kunststeinen verweigern.

Schließlich: Auch Produktdesign mit Naturstein ist ein Wachstumsfeld.

In diesem Zusammenhang wollen wir auf einen Studenten-Wettbewerb hinweisen, den die polnische Zeitschrift Nowy Kamieniarz zusammen mit der Messe „Stone“ in Poznan und unterstützt von der NürnbergMesse sowie polnischen Firmen ausgerichtet hatte.

Patrycja Otachel hatte ursprünglich Steine in der Form von Bohnen entwickelt, mit denen blinde Kinder sinnliche Erfahrungen durch das Anfassen und durch das Befühlen von Oberflächen sammeln sollten. Nun will sie die Idee zu so genannten Schmeichelsteinen weiterentwickeln.

In Nürnberg wurden dazu die Preise vergeben. Das Foto ganz oben zeigt die Arbeit von Patrycja Otachel: Sie hatte ursprünglich Steine in der Form von Bohnen entwickelt, mit denen blinde Kinder sinnliche Erfahrungen durch das Anfassen und durch das Befühlen von Oberflächen sammeln sollten.

Nun will sie die Idee zu so genannten Schmeichelsteinen weiterentwickeln: das sind handliche Brocken, die man in die Hand nehmen kann und die sich angenehm an die Haut anschmiegen. Mit einer schicken Verpackung präsentiert, gibt es einen Markt für solche Touch-Stones (Berühr-Steine).

Zur Preisverleihung nahmen die Organisatoren und Förderer des Wettbewerbs die Prototypen zum Selbstversuch in die Hand (v.l.n.r): Peter Becker, Stone-Ideas.com; Maciej Brzeski, Chefredakteur Nowy Kamieniarz; Patrycja Otachel; Frank Venjakob, NürnbergMesse; Joanna Mizerska, Messe „Stone“ Poznan. Foto: Szymon Paz.

Zur Preisverleihung nahmen die Organisatoren und Förderer des Wettbewerbs die Prototypen zum Selbstversuch in die Hand (v.l.n.r): Peter Becker, Stone-Ideas.com; Maciej Brzeski, Chefredakteur Nowy Kamieniarz; Patrycja Otachel; Frank Venjakob, NürnbergMesse; Joanna Mizerska, Messe „Stone“ Poznan.

Stone+tec 2017, 24.-27. Mai

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(09.07.2015)