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Das Grabmal des Kgl. Hofsteinmetzmeisters in Berlin wird restauriert

Große Schäden haben Metalldiebe am Grabmal des Kgl. Hofsteinmetzmeisters Schilling in Berlin verursacht.

Matthias Carl Schilling (1851-1909) war zu seiner Zeit ein bekannter Steinmetz in Berlin. Und er gilt als wichtiger Vermarkter des Kirchheimer Muschelkalks. Derzeit wird das Erbbegräbnis der Familie auf dem Alten Katholischen Domfriedhof der St. Hedwigs-Gemeinde in der Berliner Liesenstraße restauriert.

Die Maßnahme der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 15.000 € unterstützt.

Schilling brachte es zum Rang eines Kgl. (Königlichen) Hofsteinmetzmeisters. Die Ernennung geschah anlässlich der Einweihung des Mausoleums für Kaiser Friedrich III. bei der Friedenskirche in Potsdam. Die Laufbahn Schillings begann 1882 mit einem Betrieb, der im Laufe der Jahre zunehmende Bedeutung erlangte. Das Unternehmen war an der Gestaltung des Reichstagsgebäudes beteiligt, arbeitete an den Fassaden der Warenhäuser Wertheim in der Voßstraße und am Leipziger Platz und auch an denen des Hotels Fürstenhof.

Schilling war auch im Besitz eines eigenen Steinbruchs in Kirchheim und sorgte dafür, dass seine Produkte an der Spree Absatz fanden.

Ein Kleinod ist das Grabmal des Kgl. Hofsteinmetzmeisters Schilling in Berlin.

Aus demselben Material ist auch das Grabmal errichtet, das der Sohn entwarf. Es handelt sich um ein unauffälliges Kleinod mit oval-achteckigem Grundriss nach der Art eines Gartenpavillons ohne Dach. Die neoklassizistische Formensprache mischt sich mit Elementen des frühen Art Deco.

Erhebliche Schäden erfuhr das 1910 errichtete Grabmal in jüngster Zeit durch Vandalismus: So brachen Metalldiebe die Bronzegitter aus den Wandöffnungen und beschädigten damit auch die Stabilität des Gemäuers.

Der Alte Domfriedhof im Berliner Bezirk Wedding beherbergt bedeutende Zeugnisse der Kunst- und Stadtgeschichte Berlins. Theodor Fontane liegt hier begraben, genauso Lorenz Adlon, der Begründer der Hoteldynastie, oder James Cloppenburg aus dem Textilgeschäft.

Die ersten etwa 40 m entlang der Liesenstraße sind heute Wiese – die DDR-Regierung hatte das Gelände für die Mauer mit Wachtürmen und Stacheldraht freigeräumt.

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhofe in Berlin-Brandenburg

Bericht in Deutschlandradio Kultur

(24.07.2015)