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Neugestaltung des Queens Quay in Toronto: Granitpflaster mit Ahornblättern

Toronto hat die Uferlinie entlang des Lake Ontario aufwändig erneuert und aufgewertet.

Kritik gab es, dass Granit für die Pflasterung ausgewählt worden war. Die Rechtfertigung der Stadtverwaltung liest sich wie aus einer Werbebroschüre der Natursteinbranche: „Es ist eine Frage der Qualität der Gestaltung“, so der Geschäftsführer der Waterfront Toronto. „Man kann sich glücklich schätzen, wenn man einmal in 100 Jahren die Gelegenheit hat, seine Waterfront zu gestalten – dann muss man’s aber auch gut machen.“

Für den breiteren Fußweg auf der Wasserseite nahmen die Architekten die Umrisse von Kanadas Ahornblatt als gestalterisches Element.

Die Waterfront ist die Uferlinie, die Toronto mit dem Lake Ontario hat. Das herausragende Vorhaben im Rahmen ihrer Neugestaltung war die Modernisierung des Queens Quay, der sich über rund 2 km am Wasser lang zieht. Es heißt, dass sich die Besucherzahlen hier mit denen der Copacabana in Rio messen können.

Die Toronto Waterfront vor der Modernisierung. Foto: West8Die Toronto Waterfront vor der Modernisierung. Foto: West8

Drei Jahre dauerten die Bauarbeiten. Im Juni 2015 wurde die Straße der Öffentlichkeit übergeben, wobei hier nicht Politiker ein Band durchschnitten, sondern die Bürger ein langes blaues Band schwenkten.

Die Landschaftsplanung kam von dem niederländischen Büro West8 in Zusammenarbeit mit den kanadischen Kollegen von dtah architects.

Die Maßnahmen im Kurzen: neben einer kompletten Erneuerung der Leitungen im Untergrund wurden die vorherigen 4 Autospuren auf 2 reduziert, eine Straßenbahn über den Boulevard geführt und ein Radweg sowie die Fußgängerwege verbreitert. Zudem wurden über 200 Bäume gepflanzt.

Eine Verbreiterung der Bereiche für die Fußgänger erreichten die Architekten durch die inzwischen berühmt gewordenen 3 WaveDecks: ...... die WaveDecks überspannen kleine Teile der angrenzenden Wasserfläche, haben die Form von Wellen, sind mit Holzplanken gedeckt und geben Raum zum Flanieren auf und ab oder einfach zum Hinsetzen.

Eine Verbreiterung der Bereiche für die Fußgänger erreichten die Architekten durch die inzwischen berühmt gewordenen 3 WaveDecks: Sie überspannen kleine Teile der angrenzenden Wasserfläche, haben die Form von Wellen, sind mit Holzplanken gedeckt und geben Raum zum Flanieren auf und ab oder einfach zum Hinsetzen.

Aufwändig war die Granitpflasterung für die Bürgersteige zu beiden Seiten der Straße. Man verwendete heimischen Granit (rund 2,5 Millionen handverlegte Steine), nämlich den roten Royal Canadian und den weißen San Sebastian. Beide Sorten stammen aus der Provinz Quebec und wurden von der Firma Polycor geliefert.

Entlang der Fahrradspur haben die Steine raue Oberflächen.

Für den breiteren Fußweg auf der Wasserseite nahmen die Architekten die Umrisse von Kanadas Ahornblatt als gestalterisches Element.

Ein paar technische Details:
* ausgeführt wurde die Pflasterung senkrecht zur Laufrichtung der Passanten;
* die Umrisse der Blätter sind in weißem Granit abgesetzt;
* in ihrem Inneren verläuft die Pflasterung um 45 Grad gekippt;
* die Oberfläche der Steine ist mit Wasserstrahl geschnitten und geflammt;
* entlang der Fahrradspur haben die Steine raue Oberflächen.

Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass das Pflaster auch mit High-Heels angenehm zu begehen ist. In Versuchen ermittelte man, dass die Breite der Fugen nicht mehr als 1,2 cm betragen darf. Ausgefüllt sind sie mit Polymersand von Techniseal: der härtet zwar aus, bleibt aber flexibel. Ausgeführt wurden die Pflasterarbeiten von Aldershot Landscape Contractors und dem Subunternehmen UCC and JC Paving. Das Construction Management hatte ECCL.

Insgesamt betrugen die Kosten für die Modernisierung des Queens Quay 128,9 Millionen kanadische Dollar. Davon entfielen 11,9 Millionen Dollar auf 21.245 m² Pflaster und auf Randsteine.

Ausgeführt wurde die Pflasterung senkrecht zur Laufrichtung der Passanten.Toronto Waterfront.

Um gut 35 Millionen Dollar stiegen die Kosten während der Baumaßnahmen. Der Naturstein war daran mit 4,4 Millionen Dollar beteiligt, unter anderem deshalb, weil die Zone mit Granit erweitert wurde. Außerdem, so eine weitere Begründung der Verwaltung, seien „aufgrund des Baubooms in Toronto die Preise für Granit rapide gestiegen“, wie die Zeitung Toronto Sun schreibt.

Waterfront Toronto

Video von der Eröffnung

West8

dtah architects

Polycor

Techniseal

Toronto Sun

Fotos: Nicola Betts

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(13.08.2015)