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In der Nacht zu Donnerstag, 13. August 2015, lohnt sich wieder mal der Blick zum Himmel

Meteor der Perseiden aus dem Jahr 2009. Foto: Andreas Möller / Wikimedia Commons

Es handelt sich nur um Staubkörner, von denen keines auf der Erde aufschlagen wird, aber zumindest Lichtspuren werden sie in der Nacht zum Donnerstag (13. August 2015) am Himmel hinterlassen: Dann quert unser Planet wie alle Jahre wieder im August den Schweif des Kometen 109P/Swift-Tuttle, und dabei werden Teilchen des Himmelskörpers in unserer Atmosphäre verglühen.

Bekannt ist das Phänomen seit ewigen Zeiten unter dem Namen Perseiden, weil die Lichter aus dem Sternbild des Perseus zu kommen scheinen. Zur Erinnerung: Wünsche, die man angesichts einer Sternschnuppe am Himmel ausspricht, gehen in Erfüllung.

Astronomen empfehlen die zweite Nachthälfte für die Himmelsbeobachtung. Dann schaut Europa gewissermaßen direkt in Richtung der ankommenden Staubteilchen. Jedoch ist das Phänomen auch in den Nächten vor und nach dem Donnerstag zu erleben, sofern es keine Wolken gibt und man einen hinreichend dunklen Ort ohne Straßenbeleuchtung findet. Bei der Suche nach solchen Plätzen hilft die Seite der International Dark Sky Association. Der Mond jedenfalls stört nur wenig, weil nur Neumond sein wird.

Passend zu den Perseiden haben die Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Pressemitteilung zu ihrem Feuerkugelnetz verschickt. Mit Kameras hält diese Einrichtung alle Himmelskörper fest, die auf die Erdatmosphäre herabregnen. Pro Jahr sind es Tausende von Tonnen, von denen jedoch nur die wenigsten auf dem Boden aufschlagen.

Nur diese bekommen den Titel „Meteorit“. Alles andere heißt „Meteorid“.

Für viel Aufregung hatte am 15. März 2015 jener Meteorit gesorgt, der erstmals um 20.44.08 als grünes Licht über Süddeutschland und der Schweiz aufgetaucht war. Sieben Kameras des Feuerkugelnetzes hatten ihn festgehalten.

Die DLR-Planetenforscher schreiben in ihrer Pressemitteilung zu diesem Himmelskörper: „Bei seinem Leuchtflug von knapp 16 Sekunden Dauer und 300 Kilometern Länge mit einem Azimut von 195,2 Grad, also fast genau von Nord nach Süd, raste der Meteoroid über den westlichen Teil des Bodensees und bewegte sich weiter über Schweizer Gebiet. Das Helligkeitsmaximum dürfte die Feuerkugel in rund 42,5 Kilometer Höhe über dem östlichsten Zipfel des Zürichsees erreicht haben. Hier und an einigen weiteren Punkten der Bahn ist der Meteoroid in kleinere Teile zerbrochen.“

Schweizer Erdbebenstationen, die den Knall beim Zerbersten der Feuerkugel registrierten, haben bei der Eingrenzung eines Suchgebiets zum Auffinden der Bruchstücke geholfen. „Das mutmaßliche Streufeld … ist aufgrund des sehr flachen Eintrittswinkels und des mehrfachen Zerbrechens des Körpers sowie durch Einfluss starker Höhenwinde etwa 30 Kilometer lang und rund vier Kilometer breit“, schreiben die Planetenforscher, „es erstreckt sich über Hochgebirgsregionen in den Schweizer Kantonen Schwyz, Uri, Graubünden und Tessin.“

Spontane Meteoritenfunde seien zwar extreme Glücksfälle, ganz aussichtslos blieben die Bemühungen in diesem Fall allerdings nicht.

DLR-Institut für Planetenforschung

International Dark Sky Association

(12.08.2015)