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„Schaap House“: Ein Wohnhaus als rechteckiger Turm, verkleidet mit Schiefer

Atelier d'architecture Pierre Hebbelinck et Pierre de Wit: „Schaap House“.

Architekten bezeichnen ihre Gebäude gerne als Skulpturen. Ein Haus, das diesen Titel wirklich verdient, ist der Wohnturm in der Ortschaft Martelange direkt an der Grenze zwischen Belgien und Luxemburg: das „Schaap House“ hebt sich deutlich von den Gebäuden in der Umgebung ab und ist auch so am Hang platziert, als stünde es ganz allein.

Dahinter verbirgt sich in vielerlei Hinsicht die Industriegeschichte der Region.

Die Form eines rechteckigen Turmes mit 4 Stockwerken gibt einen ersten Hinweis: sie bezieht sich auf eine Ruine am Rande des Terrains. Ehemals war die Ruine der Förderturm einer Schiefergrube.

Schiefer ist das prägende Material für die ganze Region. Noch heute wird dort eine relativ weiche Variante dieses Natursteins gewonnen.

Der ganze Wohnturm ist auf 3 Seiten von unten bis oben mit Bruchsteinen aus Schiefer verkleidet.

Der ganze Wohnturm ist auf 3 Seiten von unten bis oben mit Bruchsteinen aus Schiefer verkleidet, übrigens von Bauleuten aus der Gegend in Handarbeit hochgezogen. Dahinter verbirgt sich eine Isolation von 10 cm.

Poetisch wird die Schieferhaut in einem Text beschreiben: der Architekt Pierre Hebbelinck habe „Regen, Schnee und Sonne eingeladen, über lange Zeiträume ihre Spuren in der Fassade zu hinterlassen“.

Schon jetzt macht das Bauwerk mit Fenstern wie Schießscharten auf 3 Seiten den Eindruck, als wäre es aus der Zeit gefallen.

Schon jetzt macht das Bauwerk mit Fenstern wie Schießscharten auf 3 Seiten den Eindruck, als wäre es aus der Zeit gefallen. Zum Tal hin hingegen ist die Front komplett verglast und wirkt sehr modern.

Im Inneren gibt es ein paar außergewöhnliche Designlösungen, die die Bauherren wünschten und die der Architekt ausführte.

Im Inneren gibt es ein paar außergewöhnliche Designlösungen, die die Bauherren wünschten und die der Architekt ausführte.

Ungewöhnlich ist schon der Zugang in Form einer Ausstülpung. Das Material ist Cortenstahl, der wie verrostet erscheint und farblich stark mit dem Naturstein kontrastiert.

Ungewöhnlich ist schon der Zugang in Form einer Ausstülpung. Das Material ist Cortenstahl, der wie verrostet erscheint und farblich stark mit dem Naturstein kontrastiert.

Ähnlich prägnant ist der Ausgang auf die Dachterrasse gestaltet.

Ähnlich prägnant ist der Ausgang auf die Dachterrasse gestaltet. Der Boden dort oben ist mit Schieferplatten belegt.

Dass das Gebäude am Hang frei steht und nur über ein Brückchen zu erreichen ist, bezieht sich auf alte Bauernhäuser.Dass das Gebäude am Hang frei steht und nur über ein Brückchen zu erreichen ist, bezieht sich auf alte Bauernhäuser.

Dass das Gebäude am Hang frei steht und nur über ein Brückchen zu erreichen ist, bezieht sich auf alte Bauernhäuser, die für ihre Heuschober häufig denselben Zugang haben.

Auffallend ist ein Materialaufzug am Hang beginnend unten im Tal auf dem Gelände einer ehemaligen Schiefergrube.Die Bauherren haben sich dort einen Zen- oder Meditations-Raum anlegen lassen, als „verborgener Garten“ bezeichnet.

Auffallend ist ein Materialaufzug am Hang beginnend unten im Tal auf dem Gelände einer ehemaligen Schiefergrube. Die Bauherren, Liesbeth Vogelesang und Ton Schaap, haben sich dort einen Zen- oder Meditations-Raum anlegen lassen, als „verborgener Garten“ bezeichnet.

Das für die Fassade verwendete Material stammt aus den Schieferbrüchen von Herbeumont ganz in der Nähe. Das Gebäude hat einen Niedrigenergiestandard.

Atelier d’architecture Pierre Hebbelinck et Pierre de Wit

Schieferbrüche von Herbeumont

Fotos: François Brix

Atelier d'architecture Pierre Hebbelinck et Pierre de Wit: „Schaap House“.Atelier d'architecture Pierre Hebbelinck et Pierre de Wit: „Schaap House“.Atelier d'architecture Pierre Hebbelinck et Pierre de Wit: „Schaap House“.

(31.08.2015)